Schon die Besetzungsliste von "Lawrence von Arabien" liest sich wie ein 'Who ist who' der goldenen Hollywooh-Ära: Peter O'Toole, Alec Guinness, Anthony Quinn und selbstverständlich Omar Sharif. Dieser Film wurde unter, für heute fast unvorstellbar, extremen Bedingungen 'on location' gedreht: 60° Celsius waren ebenso wie Sandstürme und lästige Skorpione keine Seltenheit, Kameras und Filme mußten speziell gekühlt werden, damit das empfindliche Zelluloid keinen Schaden nahm und die Farbschicht sich veränderte. Heute, dank CGI, kämen die Special Effects aus den Hochleistungsrechnern von ILM , aber wer "Lawrence von Arabien" gesehen hat wird im doppelten Sinne 'sehen', daß man die Realität zwar imitieren, niemals aber kopieren kann. "Lawrence von Arabien" ist gerade deswegen so einzigartig, weil man die Authentizität der Schauplätze in jeder Sekunde des Filmes spürt.Auf oppulentem - und teurem - 70mm-Material gedreht wird diesr Film zu einem Kunstwerk, wie man es heute - schon allein aus finanziellen Gründen - nicht mehr realisieren könnte. Mit sieben Oscars - darunter selbstverständlich bester Film, beste Regie sowie beste Kamera und beste Musik - wurde der Film bedacht, und jede einzelne Statue davon ist er auch wert.
Ist der Film an sich schon sensationell, schlägt das 2 DVD Set von "Lawrence von Arabien" fast alles: Satte 7 Filmdokumentationen (inkl. einem Interview mit Steven Spielberg), ein ausführliches "Making Of...", diverse Trailer und PR-Material finden sich auf der Bonus-Disc. Der Film selbst besticht durch perfekte Schärfe, Kontrast und Farbabstimmung, der Ton klingt atmosphärisch in Surround - es hat sich gelohnt, die alten 70mm / 6 Magnetton-Spuren zu remastern.Keine Frage also, diese DVD gehört in jede Sammlung!
Wie es der geniale David Lean schafft, den geschichtlichen Hintergrund und die persönliche Tragödie Lawrences kunstvoll zu verquicken, lässt den Zuseher auch nach dem fünften oder sechstenmal fassungslos zurück. Meisterwerk ist ein abgedroschener Begriff, hier stimmt er einmal. An diesem Film gibt es keine einzige schwache oder unnötige Stelle, er ist einfach perfekt komponiert. Noch heute müssen sich die Erben Leans (James Cameron, Steven Spielberg oder Peter Jackson) am Giganten messen, technisch erreicht man zwar das Niveau, aber kein einziger Film der obengenannten ist so schillernd, so vielschichtig.
Und dann gibt es noch zwei mehr als gewichtige Argumente für den Film: Peter O'Toole und Omar Sharif, beide in den Rolle ihres Lebens. Faszinierend. Kein Lob ist für dieses Werk zu hoch gegriffen, ein Film für die Ewigkeit.