DVDs:
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Elizabeth - Das goldene Königreich
Cate Blanchett
,
Geoffrey Rush
Universal/DVD, 2008
durchschnittliche Kundenbewertung:
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Das Goldenen Königreich oder eine Puppenstube
Neun Jahre nach dem mit einem Oscar ausgezeichneten Opus "
Elizabeth
", das Cate Blanchett damals zum Star machte, bringt Shekkar Kapur nun die lang erwartete Fortsetzung. Seit der Machtergreifung der jugendlichen Bess, die den Thron allen Widerständen zum Trotz bestiegen hatte, sind mittlerweile drei Jahrzehnte vergangen. Wir schreiben das Jahr 1856, Elisabeth (Cate Blanchett) muss sich als Regentin des größten Weltreichs bewähren.
Ihr Thron schwankt mächtig. Zum einen trachtet der spanische König Philip II (Jordi Mollà) nach ihrem Thron, kann es gar nicht abwarten die Länder seiner verhassten Schwägerin unter seiner königlichen Verwandtschaft aufzuteilen. Zum anderen sitzt Maria Stuart (Samantha Morton) im Schloss Fotheringhay und sinnt auf Rache an Elisabeth, die sie dort als Gefangene interniert hat. Währenddessen geben sich am Londoner Hof die diversen Brautwerber die Klinke in die Hand, denn die jungfräuliche Königin ist immer noch unverheiratet. Am spaßigsten gestaltet sich die Bewerbung des habsburgischen Erzherzogs (Christian Brassington), der in seiner Muttersprache leichte Konversation macht. Doch schließlich verläuft der Flirt der angereisten Majestäten ergebnislos, denn im Palast erscheint der legendäre Sir Walter Raleigh (Clive Owen). Er berichtet der interessierten Königin von einer geheimnisvollen Welt jenseits des Meeres, wo es neben Indianern, reichlich Tabak und Kartoffeln gibt. Elizabeth kann sich ihrer Gefühle nicht erwehren, ohne ihnen jedoch nachgeben zu dürfen. Gleichzeitig macht Elisabeths engster Vertrauter Walsingham (Geoffrey Rush) Verräter am eigenen Hof aus, deckt eine mörderische Verschwörung auf. Involviert ist auch Maria Stuart die dafür vom Henker geköpft wird.
In "Elizabeth - Das
Goldene
Königreich
", angeblich das Mittelstück einer Trilogie, steht Elizabeth der größten Herausforderung ihres königlichen Lebens und ihrer Regierungszeit gegenüber. Die Intrigen und Manöver am Hof bedrohen ihren Thron, genauso wie die Kriegserklärung durch den spanischen König Philipp II. der das protestantische England für den katholischen Glauben zurückerobern will.
Dem Regisseur Shekhar Kapur scheint es jedoch vornehmlich darum zu gehen, die Alleinherrschaft seiner Hauptdarstellerin nicht in Frage zu stellen. Grund dafür mag die Tatsache sein, dass Cate Blanchett sich gesträubt haben soll, die Rolle der Queen ein zweites Mal zu spielen. So bleibt der spanische König ebenso eine Nebenfigur, wie auch Maria Stuart, deren Rechte und Ansprüche der König vertreten wollte. Maria Stuart, die mürrische Bewohnerin eines Dämmerreichs erscheint viel zu devot und träge und eignet sich in dieser Rolle kaum zum Bösewicht.
"Das Goldene Königreich" war an den amerikanischen Kinokassen ein großer Flop, das hat sicher unterschiedlichste Ursachen. Vor neun Jahren verzichtete "Elizabeth" um der Krone willen auf Joe Fiennes, diesmal verzichtet sie auf Clive Owen. Dieser schwängert ohne große Folgen die Hofdame Bess (Abbie Cornish), ein mögliches
Eifersuchtsdrama wird eher beiläufig abgehandelt, als wäre jedem Kinobesucher ein solcher Ausgang ohnehin bekannt.
Die spanische Armada segelt heran, gerät in einen Sturm, denn auch die Winde sind der Königin Untertan. Währenddessen hält Elizabeth vor ihren Truppen die berühmte Tilbury-Rede. Der Regisseur zeigt dabei die Königin hoch zu Ross, mit in der Sonne blinkendem Harnisch und im Winde wallenden Haar. So wird sie zum Mythos stilisiert, die heilige Johanna von England, die aufbricht ihre Feinde zu zerschmettern. Beiden Szenen, eigentlich dem ganzen Film, fehlt es an glaubhafter, gefühlter "Körperlichkeit", dagegen begnügt sich Kapur mit kärglicher, ungenügener physischer Präsenz.
Fraglos ist nie eine Schauspielerin so häufig kompliziert frisiert worden, hat sich qualvoll Stunden an ein eng geschürtes Mieder gewöhnen müssen und ist erlesener gekleidet worden, aber ob das neben dem Aufblättern einer Serie von historischen Postkartenmotiven reicht, um Cate Blanchett einen Oscar gewinnen zu lassen, der ihr bei "Elizabeth" entgangen ist? Wenn sie für die Darstellung einer Queen nach Helen Mirren die zweite Oscarträgerin für eine Königinnenrolle geworden wäre, dann wäre sie tatsächlich die Königin von Hollywood.
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eine starke Frau, die einen hohen Preis zu zahlen hatte
Um eines vorab klarzustellen: natürlich ist der Film historisch nicht korrekt - aber das war auch schon der erste Teil nicht. Trozt allem ist dieser Film auch für historisch interssierte und vorgebildete geeignet.
Was eben auch in diesem zweiten Teil besonders gut herauskommt - und was bei Historikern fast immer unterschlagen wird - ist der Mensch
Elizabeth
; eben eine Frau, die sehr stark ist und große Macht besitzt und sie auch zu beherrschen weiß, die aber gleichzeitig trotz allem eine Frau war ( was manche ihr ja versucht haben abzusprechen) und den hohen Preis der Einsamkeit für ihre Macht und auch für ihr eigenständiges Leben hat zahlen müssen. Dass diese Seite der oftmals als kaltherzig ( manche Historiker haben ihr sogar sämtliche Weiblichkeit abgesprochen, einschließlich der Behauptung, sie hätte keine weiblichen Genitalien besessen)und als zu hart und überlegt handelnden Königin ( der sicherlich bedeutendsten Herrscherin Englands überhaupt)endlich einmal gezeigt werden, ist allein schon ein Grund, sich diesen wunderbaren Film anzusehen. Cate Blanchet spielt ihre Rolle sehr überzeugend und so gut nachvollziehbar, dass dies einen Oscar wirklich wert gewesen wäre. Besonders gut war auch Clive Owen besetzt, der es schafft, neben Cate Blanchet auf der Leinwand nicht unterzugehen - was eine große Leistung darstellt. Insgesamt ist dies einer der wenigen Filme seit langem, den ich mit gleich zweimal im Kino angesehen habe.
Dieser Film ist natürlich kein korrekter Dokumentarfilm - aber dafür ist er vielleicht für das Gesamtbild der Königin Elizabeth sehr viel genauer und hilfreicher ausgefallen, als eben ein solcher.
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cate blanchett
Der Film ist "gutes Handwerk", soweit es Story und Regie betrifft, und allemal sehenswert. Wirklich ganz hervorragend aber ist Cate Blanchett in der Rolle der Königin. Sie schafft es, durch ihr intensives Spiel eine sehr persönliche, private Seite einer Frau als Königin zu zeigen, die so glaubwürdig gespielt wird, dass man meinen könnte, so ähnlich könne es vielleicht wirklich gewesen sein - oder doch, historisch zumindest, auch anders? Vielleicht sollte man die heutige Queen
Elizabeth
mal fragen, was sie von dieser Version einer Königin hält, einfach so, zum Spaß ;-) ... Spaß beiseite, Blanchett's Schauspielleistung alleine lohnt schon, sich den Film anzusehen.
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