Selber nie ein Leser der Hellblazer-Reihe gewesen, stieß ich eher zufällig auf diesen Film. Und war dabei zugegebenermaßen skeptisch - das Vorwissen über einen sinnlich überbegabten Exorzisten, jeder Menge Okkultismus, Dämonen, die die Welt der Sterblichen heimsuchen und natürlich eine hübsche Co-Hauptdarstellerin als Belohnung für den zweifelnden Helden, ließen gepflegte Langeweile aufkommen.. nicht das man ähnliches schon mal öfter gehört oder gesehen hätte.
Leider ist damit inhaltlich auch tatsächlich schon das meiste über "Constantine" gesagt - viel mehr bietet der Film nicht. So vorhersehbar und reißbrettartig wie die Geschichte entworfen ist, bleibt kaum Spielraum für Elemente, die den Film noch aufwerten könnten...Da jedoch - in einem rudimentären Sinne - eben doch einige positive Ansätze vorhanden sind, möchte ich diese zumindest erwähnt haben:
Der Charakter John Constantine ist in seiner Darstellungsweise und Profilierung als strauchelnd Sinnsuchender, ziellos kettenrauchender "Berufsexorzist" und "Mythenexperte" sehr frei dem Film noir-genre entlehnt..Ohne Aussicht auf Erlösung und dem Tod geweiht, gibt Keanu Reeves eine doch recht glaubwürdige Verkörperung des gebrochenen Helden, der aufgrund seiner indifferenten Lebensweise durchaus für einige sehenswerte Szenen und sogar Komik sorgt..Leider ist diese Beschreibung nur eine Randnote in einer haarsträubenden Geschichte um "Satans Sohn" und den "Speer des Schicksals", einen gefallenen (Halb?-)Engelund noch so einige weitere Merkwürdigkeiten...
Trotzdem bleibt noch ein weiterer positiver Lichtblick in diesem konventionellen Mythen-mumpitz erwähnenswert: Den Lucifer als weißgewandeten Anzugträger zu präsentieren entbehrt nicht einer gewissen, belustigenden Ironie ; )
Bild und Ton gehen in Ordnung. Die Zusatz-dvd bietet die üblichen Extras von Interviews bis Making-of.
und achja, die hübsche Co-Darstellerin bekommt er dann doch nicht. Noch ein Punkt, Constantine. Weil du´s bist.