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Metamorphosen: Textauswahl mit Überleitungstexten und Wort- und Sacherläuterungen, Arbeitskommentar
Ovid

Klett, 1986

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Faszinierender Mythenschatz

"Neue Gestaltung, in die sich Körper verwandeln, zu künden, treibt es mein Herz" - so beginnt der römische Dichter Publius Ovidius Naso, besser bekannt als Ovid, sein größtes und berühmtestes Werk. Metamorphosen, d. h. Verwandlungen bilden das Grundmuster für eine beispiellose Sammlung von über 250 Mythen, Sagen, Kleinstepen und Dichtungen. Viele der bekanntesten Geschichten aus der römischen und griechischen Mythologie kennen wir nur aus Ovids Werk. Zu den Mythen, die er verarbeitet, verändert oder einfach aus anderen Quellen übernommen hat, gehören der Fall des Phaëton und die unheilvollen Flugversuche des Icarus und Daedalus, Jupiters Verführungsversuche diverser Frauen, das Ende des eitlen Narcissus, die tragische Liebesgeschichte von Orpheus und Eurydice und nicht zuletzt einige Episoden des berühmten Kampfes um Troja und der Flucht des Aeneas. Durch geschickte Verbindungen schafft es der Dichter, die einzelnen und teilweise ganz und gar nicht zusammenpassenden Fragmente zu einem großen Ganzen zusammenzufügen, das vom Chaos des Weltbeginns bis in Ovids Gegenwart reicht. Goethe hat die Metamorphosen geliebt, denn er sah in ihnen etwas, was auch heute noch zutrifft: einen farbigen, fesselnden Mythenschatz, mit dem man sich garantiert nicht langweilt.


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Mehr als nur gute Übersetzung

Was Michael von Albrecht hier als Übersetzer und Herausgeber geleistet hat, ist vieles.
Erst einmal die Übersetzung der Versform in eine sehr gute Prosa-Form, dann das Nachwort, das uns heutigen Lesern offenbart, wie Ovid damals dachte, was er im Sinn hatte.

Dabei ist sein Unternehmen (das Ovids) ja unglaublich groß angelegt gewesen. Er wollte (und dabei gelang ihm alles, wie es heißt, was erschrieb in die sogenannte Versform wie von selbst!), er wollte also der damaligen gelehrten Welt zeigen, was es denn so auf sich hatte mit der sogenannten Theologie.

Ja, die gab es natürlich damals auch schon und, wie nicht anders zu erwarten, war sie gegliedert in mindestens drei Arten, wie der römische Antiquar Varro es ausdrückte, nämlich in eine mythische, in eine naturwissenschaftliche und in eine staatsreligiöse.

Da erkennen wir sogleich das Problem und sind froh, daß Ovid uns fast alles aus der alten griechisch-römischen Religion überliefert hat und zwar in ansprechender Form.

Daß man neben der schmunzelnd zu lesenden Aufzeigung dieser alten herrlichen Mythen auch noch im Original, also dem Lateinischen einen vollständigen Genuß bekommt (bei zugegebener erzwungener Mühe!), ist ein weiterer Vorteil.

Die Erde war rund, das wußten die Gelehrten damals schon und Ovid beschreibt auch dies gleich zu Anfang. Vieles in diesem schönen Werk ist also überlieferter Mythos, auf dem wir Heutige fest stehen und, seien wir so ehrlich, woraus wir auch einen Teil unserer eigenen heutigen Religion beziehen, was Grund genug ist, sich damit zu beschäftigen. Aber bitte nicht im Zorn!


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Bedeutender literarischer Meilenstein

Ovids Metamorphosen sind zunächst einmal schlicht ein gewaltiges Stück Literatur. Ovid ist neben Homer und Vergil der dritte große Ahnherr der antiken Mythologien, die bis heute in unserem Sprachgebrauch fortwirken.
Zu Beginn illustriert der Dichter hier eine Schöpfungsgeschichte, die quasi in Konkurrenz zur biblischen steht. Danach befasst er sich mit Götter- und Heldenmythologien in einer Dichte, dass dieses Werk als Ursprung vieler noch heute bekannter mythologischer Typen gelten kann (z. B. Narziss, Hermaphrodit).
Die Zahl der Gestalten, die Ovid an seinen Verwandlungen teilnehmen lässt, ist kaum zu fassen und noch weniger nachzuvollziehen, wenn man sich nicht gerade monatelang mit der Materie befassen will. Das ist auch der zentrale und vom Dichter natürlich nur bedingt zu vertretende Schwachpunkt: Ohne Kommentare versteht man recht wenig, mit Kommentaren kann man sich in diesem umfangreichen Werk leicht verlieren.
Die sprachliche Kraft der Hexameter verliert dagegen auch in der Übersetzung nicht an Kraft. Im Gegenteil: diese Verse wirken auch im Deutschen unvermindert und strahlen eine gewaltige dichterische Souveränität aus, wie man sie in der Weltliteratur suchen muss.
Kurz: ein Werk, das in gewissen Grenzen sogar dann noch Spaß macht, wenn man nichts oder nur wenig versteht. Einen leichteren Zugang zu Ovid bieten aber sicher seine Liebesgedichte.


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Seltsam?1?

Ein sehr interessantes Buch - Aber schwer zu Lesen. So anstrengend, dass ich schon so manches mal "das Handtuch werfen" wollte.

Was mir aufgefallen ist: Ein Buch, verfasst um das Jahr 1. Die Dichtung (zumindest die ersten "Kapitel")behandelt Mythen, die noch weit älter sein dürften. Fühlte sich, außer mir, noch jemand an die Genesis plus der Sintflut erinnert? Wenn ja, was soll uns das sagen.




Meinungen: Seite 1, 2



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