Dabei ist sein Unternehmen (das Ovids) ja unglaublich groß angelegt gewesen. Er wollte (und dabei gelang ihm alles, wie es heißt, was erschrieb in die sogenannte Versform wie von selbst!), er wollte also der damaligen gelehrten Welt zeigen, was es denn so auf sich hatte mit der sogenannten Theologie.
Ja, die gab es natürlich damals auch schon und, wie nicht anders zu erwarten, war sie gegliedert in mindestens drei Arten, wie der römische Antiquar Varro es ausdrückte, nämlich in eine mythische, in eine naturwissenschaftliche und in eine staatsreligiöse.
Da erkennen wir sogleich das Problem und sind froh, daß Ovid uns fast alles aus der alten griechisch-römischen Religion überliefert hat und zwar in ansprechender Form.
Daß man neben der schmunzelnd zu lesenden Aufzeigung dieser alten herrlichen Mythen auch noch im Original, also dem Lateinischen einen vollständigen Genuß bekommt (bei zugegebener erzwungener Mühe!), ist ein weiterer Vorteil.
Die Erde war rund, das wußten die Gelehrten damals schon und Ovid beschreibt auch dies gleich zu Anfang. Vieles in diesem schönen Werk ist also überlieferter Mythos, auf dem wir Heutige fest stehen und, seien wir so ehrlich, woraus wir auch einen Teil unserer eigenen heutigen Religion beziehen, was Grund genug ist, sich damit zu beschäftigen. Aber bitte nicht im Zorn!
Was mir aufgefallen ist: Ein Buch, verfasst um das Jahr 1. Die Dichtung (zumindest die ersten "Kapitel")behandelt Mythen, die noch weit älter sein dürften. Fühlte sich, außer mir, noch jemand an die Genesis plus der Sintflut erinnert? Wenn ja, was soll uns das sagen.
Meinungen: Seite 1, 2