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Verlorene Illusionen.
Honoré de Balzac

Diogenes Verlag, 2002 - 799 Seiten

durchschnittliche Kundenbewertung:basierend auf 7 Bewertungen
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166 Jahre alt und frisch, wie eben gerade geschrieben!

Wenn man Balzac liest, bekommt man leicht das Gefühl, man würde die Helden seiner Bücher persönlich kennen. Alles, was Balzac vor vielen Jahren aufgeschrieben hat, ist ganz und gar zeitlos gültig. Lucien, dem Helden von "Verlorene Illusionen" ergeht es wie so manchem, der sich für einen Künstler hält und der davon überzeugt ist, er würde in der Welt eine großartige Karriere machen, reich und berühmt werden.
Unserem schönen, phantasiebegabten, jugendlichen "Dichter" Lucien Chardon wird die Kleinstadt Angoulême zu eng. Mit Hilfe der adligen Madame de Bargenton, in die Lucien verliebt ist, geht er mit hochfliegenden Plänen nach Paris. Er legt sich den adligen Namen seiner Mutter, de Rubempré, zu, versucht sich ehrgeizig der Protektion der Adligen zu versichern und verschleudert sein literarisches Talent, indem er sich in der Intrigenwirtschaft des Journalismus verdingt.
Doch seine Versuche, in der Großstadt Fuß zu fassen, scheitern kläglich. Selbst Opfer von Intrigen geworden, zieht Lucien seine Familie in eine Geldschuldaffäre hinein, die sie fast in den totalen Ruin treibt. Allein durch ein Wunder wird der Kreis von Luciens Lieben gerettet. Und für Lucien bleibt nun nur noch die Möglichkeit - will er sich nicht das Leben nehmen - einen Teufelpakt zu schließen! Auf den Leser überträgt sich die Schnelligkeit, mit der das Buch von Balzac geschrieben wurde. Ein durch und durch spannendes Werk des Menschenkenners Balzac.


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Üppiges Kaleidoskop der Gesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts

"Verlorene Illusionen" ist einer der Dreh- und Angelpunkte der "Menschlichen Komödie", Balzacs Mammutzyklus aus rund 90 Romanen. Wie immer bei diesem Autor wird der Leser mit Details des gesellschaftlichen Lebens nahezu erschlagen. Der junge, aufstrebende Dichter Lucien gerät in einem Provinzstädtchen ins Intrigenspiel zwischen altem Adel und liberalem Bürgertum. Seine Geliebte, die adlige Madame de Bargeton, flieht mit ihm nach Paris ? und lässt ihn dort fallen wie eine heiße Kartoffel, weil er als ?Underdog? in der Pariser Gesellschaft ein Niemand ist. Lucien taucht in Künstlerkreise ab und landet schließlich als Feuilletonist bei einer Zeitung. In diesem Moloch aus Meinungsmachern und Intriganten steigt er schnell auf, kehrt aber genauso schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Er flieht zurück in die Heimatstadt, wo er durch sein egoistisches Verhalten sogar seinen besten Freund in arge Bedrängnis gebracht hat. Am Ende bleibt offen, was aus Lucien wird ? doch Balzac machte ihn auch zum Helden eines Folgeromans. "Verlorene Illusionen" ist ein überaus üppiges Kaleidoskop des gesellschaftlichen Lebens in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts. Für Liebhaber dicker Schwarten ein Fest.


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Zeitloses Dokument menschlicher Schwächen und Stärken

Habe zufällig in einem Buch von Erich Fromm gelesen, wie wertvoll die Schriften von Balzac sein sollen. Ich dachte mir, da muss ich mir sofort ein Buch von ihm besorgen.

Nachdem ich es jetzt gelesen habe, kann ich dieses Buch nur jedem empfehlen, der sich für Menschlichkeit interessiert und noch dazu etwas von dem 19 Jhd. wissen will. Das Buch ist einfach genial und beschreibt die Träume der Jugend, die Oberflächlichkeit der Gesellschaft von damals (wobei man das auf heute 1:1 umlegen kann), den Glauben an das Gute, Idealismuns sowie die "Zufällle" des Alltags.

Ich kann wirklich nochmal jedem empfehlen dieses Buch zu lesen. Die Lebensweisheiten die es birgt sind wirklich von größtem Wert. Die Zeit dafür lohnt sich..


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Gesellschaft damals und heute

'Verlorene Illusionen' von Balzac ist wirklich ein sehr gutes Hörspiel. Es treten sehr viele Figuren auf, was die Komplexität der damaligen Gesellschaftsstrukturen sehr gut zur Geltung bringt. Man gerät auch als erstes leicht durcheinander, da viele Namen Titel etc. auftauchen, aber hat man sich erst einmal reingehört, fällt die Unterscheidung der Charaktere nicht mehr schwer.
Aber ebenso wie die Strukturen der Gesllschaft so schwierig sind, so sind die Gespräche meist sehr oberflächlich. Balzac erzählt von Intrigen, von Ansehen und von Titeln. Er erzählt es teilweise so 'böse', also mit einem Zynismus, der zur damaligen Zeit wohl sehr gefährlich, aber doch so wahr war.
Einzig der junge Emporkömling und engagierte Schriftsteller Lucien, der sein Herz an tiefe Gedanken, Gesrpächen und der Liebe verloren hat, zeigt, dass diese Zeit nicht völlig geistlos war. Auch die späteren Freunde zeigen ihm eine Welt, in der nicht allein Ansehen, Geld und Titel zählen. Aber wie so oft, lässt sich der Junge von den glänzenden Dingen ablenken und verfällt dem damaligen 'Society-Leben'. Am Ende verliert er sogar sein Leben.
Dieses Buch, bzw. Hörbuch hat heute noch genauso viel zu sagen wie damals. Man schaue sich nur Menschen wie Paris Hilton und Britney Spears an.
Ein Wehrmutstropfen allerdings ist die Stimme von Lucien, die viel zu alt klingt für einen 20 Jährigen. Aber ansonsten sollte dieses Buch gelesen, bzw. unbedingt gehört werden!


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Getreu dem Motto!

Der halbwegs begabte "Dichter" Lucien freundet sich mit dem gelehrten, aber naiven Drucker David, der, von seinem Vater nahezu ruiniert, Luciens Schwester Eve heiratet und als Erfinder zu Vermögen kommen will, an. Lucien verliebt sich in die adelige Madame de Bargeton, wird von ihr in dem Provinznest gefördert und bestätigt und schließlich, als beide nach Paris "fliehen", fallengelassen. Dort lebt Lucien nun ausschweifend wie ein Bohemien und ruiniert dabei seine in der Provinz zurückgebliebene Familie, was eine Kette an Unglücksereignissen hervorruft!...
Getreu dem Motto "Verlorene Illusionen" und "Die menschliche Komödie" wäre eine detaillierter Inhaltsangabe zu verwirrend und lang. Balzac erzählt diese Geschichte höchst genau und ausschweifend mit einer wahrhaft dichterischen Sprache und führt eine echte "(Tragi-)Komödie" auf, in der mit der Zeit wirklich alle ihre "Illusionen verlieren". Der Plot ist zwar originell, doch gerät die Handlungsbeschreibung manchmal zusehr in eine Schwarz-Weiß-Malerei und im Verhältnis zu der Länge des Werkes fällt der Anteil der Dialoge spärlich aus; vor allem im Mittelteil fallen die Titulierungen "Geist","geistreich","geistvoll","geistlos" in Luciens Umfeld so emphatisch, und häufig ohne ausreichende Beispiele dafür, oft, dass es ein wenig die Nerven stranguliert. Insgesamt kann man das Buch jedoch sehr empfehlen, da Balzacs Werke u.a. als Vorläufer des Naturalismus gelten und diese These durchaus nachvollziehbar ist.


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Meinungen: Seite 1, 2



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