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Der verbotene Ort oder Die inszenierte Verführung. Unwiderstehliches Marketing durch strategische Dramaturgie
Christian Mikunda

Econ, 1997 - 288 Seiten

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Verbesserte Neuauflage eines fantastischen Buches

Nun liegt sie also vor, die aktualisierte und erweiterte Neuauflage meines Marketingbuchlieblings. Den Grund der Zuneigung fasse ich nochmals kurz zusammen. Weil Christian Mikunda als Quereinsteiger kaum von der gängigen und praxisfeindlichen Marketingtheorie infiziert ist, kann er locker dort beginnen, wo die Planer jeweils aufhören, nämlich bei der Inszenierung von Produkten, Ideen und Dienstleistungen, dort wo die Schwelle zum Kunden überschritten werden muss. Und da er vor seinem Eintritt in die Marketingwelt bereits als Film- und Fernsehdramaturg Erfolgsgeschichten schrieb, bringt er Wissen, Erfahrung und Handwerkskunst mit, um Erlebnisswelten nicht nur zu fordern, sondern auch gestalten zu können. Seit die Wahrscheinlichkeit, dass Goethe mit seiner Behauptung ?Du glaubst zu schieben, und du wirst geschoben" Recht hatte, mit den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung schon beinahe zur Gewissheit wird, geraten die rationalen Planer der Marketingbranche immer mehr ins Abseits. Denn sie können keine Geschichten erzählen, die Emotionen wecken. Ganz anders Christian Mikunda, der aus den herumliegenden Theorieteilen der offiziellen Lehren ein neues Modell zusammenstellt, das wirklich trägt.

Mit diesem Ansatz steht Mikunda zwar nicht allein auf weiter Flur, aber er sagt seinen Lesern nicht nur, was sie tun sollen, sondern führt es auch gleich vor. Und wie er das macht! In spielerischer Manier nimmt er uns auf eine faszinierende Zeitreise mit, und lässt uns anhand zahlreicher Beispiele erleben, welche Geschichten erfolgreiche Beeinflusser erfanden, welche Strukturen diese Erzählungen haben, welchen Gesetzen unterhaltsame und ergreifende Inszenierungen folgen. Und so wird der Leser sanft von einer Ebene zur nächsten geführt, ohne dass er unter theoretischem Ballast zusammenbricht und die Lust am bunten Geschehen auf Mikunda Bühne verliert. Schliesslich ergibt sich aus all dem ein Feeling für Strategisches, ein anschauliches Modell, das sich in der Praxis seit Jahrhunderten bewährte und lediglich neu interpretiert und variiert werden muss. Nie beschlich mich das unangenehme Gefühl, der Autor wolle eines seiner Erfolgsgeheimnisse für sich behalten. Wahrscheinlich macht auch er die Erfahrung, dass er sein Wissen locker preisgeben kann. Denn bis seine unbedarfteren Berufskollegen den neuen Ansatz strategischer Dramaturgie so verinnerlicht haben, dass sie ihn auch anwenden können, ist Mikunda schon wieder einen Schritt weiter. Geistiges Copyright ist etwas für Langsame.

Bei der ersten Auflage kritisierte ich die teilweise veralteten Beispiele. Und nun lese ich im Vorwort der Neuauflage, dass Mikunda meine damalige Besprechung offenbar als Zusatzmunition benutzte, um seinen Verleger von der Notwendigkeit einer Aktualisierung zu überzeugen. Wie dem auch war, se non vero e ben trovato. Jedenfalls sind die Beispiele tatsächlich aktuell, was meine Begeisterung für dieses Buch nur noch steigert. Inzwischen freundete ich mich sogar mit Mikundas Tick an, seine strategischen Tipps und Kategorien in Formeln zu fassen, obschon ich die Kürzel noch immer nicht wiederholen könnte. Aber er zeigt damit zumindest an, dass sich seine Theorie auf Einfaches reduzieren lässt. Und gerade im Marketing ist ein solches Bekenntnis zur Reduktion notwendig und selten zugleich. Als Leser, der sich auch immer von der Ästhetik einnehmen lässt, freut mich auch die Überarbeitung der Grafiken, die nun nicht mehr an den Layoutbrei von Bill Gates erinnern, sondern eigenständig und klarer daherkommen. Nicht um Christian Mikunda erneut Zusatzbegründungen für die nächste Auflage zu liefern, sondern weil mich das Detail echt störte, gibt es zum Schluss doch noch eine Kritik. Die ohnehin schon etwas dürftige Literaturliste der ersten Auflage wurde gerade mal durch vier neue Titel ergänzt, von denen einer von Mikunda selber stammt und ein weiterer auf den guten alten Watzlawick von 1976 hinweist. Dabei gäbe es doch tatsächlich Kollegen, die Mikundas Denkgebäude stützen und für besonders neugierige Leser von Interesse sein könnten. Aber der Meister strategischer Dramaturgie sagt sich wohl, dass es für erfolgreiches Marketing vollends genügt, wenn sein Modell begriffen und konsequent umgesetzt wird. Und da hat er nicht unrecht.


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Tolle Theorie, überholte Beispiele

Mikundas faszinierendes Buch entstand zwischen 1992 und 1995. Weil es nicht überarbeitet wurde, sind viele Beispiele nicht mehr aktuell. Doch der theoretische Teil überzeugt. Es geht ohnehin darum, Mikundas Erkenntnisse selber wahrzunehmen, um sie anwenden zu können. Was beinhaltet Mikundas "sagenhafte" Theorie? Sie ordnet, was bisher verstreut da war und sagt klipp und klar, was eine gute Geschichte ist. So anschaulich und nachvollziehbar habe ich das selten gelesen. Der ehemalige Film- und Fernsehdramaturg gibt all seine Geheimnisse preis. Der Blick in Mikundas reich gefüllte Schatztruhe dramaturgischer Kunstgriffe ist gleichzeitig ein Blick in die menschliche Psyche. Dieser Ansatz macht das Buch so spannend, dass es wohl nicht nur Filmer und Werber mit Genuss lesen werden. Schön, wie Mikunda am Schluss des Buches auch die ewige Frage nach der Ethik im Marketing in Form von Geschichten beantwortet. Hätte er darauf verzichtet, seine Ausführungen mit wissenschaftlichen Formeln anzureichern, gäbe es noch weniger zu kritisieren. Aber vielleicht sind seine "Formeln" einfach seine spezielle Art von Selbstironie.


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Das Staunen enträtselt

Wie kommt es, daß wir uns an einem bestimmten Ort spontan wohlfühlen, uns einem anderen Ort jedoch schon nach kurzer Zeit abwenden? Diese Frage hat sich sicherlich jeder schon einmal gestellt, nachdem er sich beim Betreten eines bestimmten Ortes oder Raums spontan zu Hause gefühlt hat. Der Autor führt uns mit einer erstaunlichen Vollständigkeit in die Funktionsweise desjenigen Teils der menschlichen Psyche ein, welche uns 'erleben' läßt. Er schafft es sodann, Anknüpfungspunkte zu alltäglichen Situationen zu schaffen, in denen unter Beachtung dieser typische Funktionsweise gezielt Situationen geschaffen wurden, mithilfe derer der Konsument in eine bestimmte Richtung gelenkt werden soll.
In einer leicht verständlichen Sprache strukturiert der Autor das Themenfeld auch für den geneigten fachfremden Leser.
Das vorliegende Buch eignet sich hervorragend als mehrheitlich theoretisch gehaltene Grundlage für den unbedingt als fortführende Lektüre empfohlenen Titel 'Marketing spüren. Willkommen am dritten Ort'.
Alles in allem ein Titel, den jeder Kreative gelesen haben muß!


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Vorhang auf für die inszenierte Versuchung

"Einzigartigkeit ist im Zeitalter, in dem alle Produkte einander so ähnlich sind wie zwei Waschmittel, durch Dramaturgie erreichbar oder gar nicht." So bringt der frühere österreichische Film- und Fernsehdramaturg Christian Mikunda seine Philosophie als Vordenker neuer Erlebniswelten im Marketing auf den Punkt. Einkaufen muss sinnlicher, auswärts essen muss ein Erlebnis werden, um alle Sinne anzusprechen - und zwar unbewusst (siehe "Brain Script" von Hans-Georg Häusel). Mikunda erklärt nicht nur, wie wir effizient und effektiv dank strategischer Dramaturgie das Unterbewusstsein beeinflussen, sondern erklärt auch erfolgreiche Beispiele dafür: den Louvre in Paris, das Luxor-Hotel in Las Vegas, die Mall of America in der Nähe von Minneapolis und andere. Die Versuchung zu kaufen, zu konsumieren oder zu geniessen wird in unseren Köpfen inszeniert. Der Vorhang geht auf...


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Das Staunen enträtselt

Wie kommt es, daß wir uns an einem bestimmten Ort spontan wohlfühlen, uns einem anderen Ort jedoch schon nach kurzer Zeit abwenden? Diese Frage hat sich sicherlich jeder schon einmal gestellt, nachdem er sich beim Betreten eines bestimmten Ortes oder Raums spontan zu Hause gefühlt hat. Der Autor führt uns mit einer erstaunlichen Vollständigkeit in die Funktionsweise desjenigen Teils der menschlichen Psyche ein, welche uns 'erleben' läßt. Er schafft es sodann, Anknüpfungspunkte zu alltäglichen Situationen zu schaffen, in denen unter Beachtung dieser typische Funktionsweise gezielt Situationen geschaffen wurden, mithilfe derer der Konsument in eine bestimmte Richtung gelenkt werden soll.
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Alles in allem ein Titel, den jeder Kreative gelesen haben muß!


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Meinungen: Seite 1, 2



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