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Ach, Afrika: Berichte aus dem Inneren eines Kontinents
Bartholomäus Grill
Goldmann
, 2005 - 431 Seiten
durchschnittliche Kundenbewertung:
basierend auf 16 Bewertungen
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empfohlen!
Die Realität Afrikas
Selten dass ein kurzer Titel so gut bei ein Buch passt wie in diesem Fall, das eine Wort "ach" sagt einfach alles aus. Bartholomäus Grill ist es gelungen die Facetten
Afrika
s zu zeigen und zu erklären warum dieser Kontinent immer hinterher hinkt. Natürlich ist da das Erbe des Kolonialismus sowie die Ausbeutung des Erdteils durch die Industrieländer, allerdings ist auch ein grosser Teil der Misere den Einheimischen, und speziell deren Eliten anzurechnen, welche Afrika durch Korruption und Schlamperei herunterwirtschaften. Neben der Prasserei der Eliten hat man ringsum die Armut des Volkes. Trotz guter Vorsätze sehen die Regierenden nur den eigenen Profit und ihrer Clique, lassen sich vergöttern (z.B. Mobutu) und missachten das Leid der Bevölkerung. Das Resultat ist Vetternwirtschaft, Opposition wird mundtot gemacht.
Das Ende der Kolonialzeit bereitete die afrikanischen Länder nicht auf die Moderne vor, man wurde in wenigen Jahren mit dem Fortschritt konfrontiert, welcher in Europa in Jahrhunderten entwickelt wurde. Zudem fuhren einheimische Eliten dort weiter, wo die Kolonialherren aufgehört hatten..
In der Zeit des Ost-West-Konflikts waren die afrikanischen Despoten dann entweder von den USA oder der Sowjetunion gefördert worden, speziell auf militärischer Basis. Nach dem Mauerfall vesanken diese Staaten dann in Gewalt und Anarchie.
Afrika befindet sich zwischen abgeschiedenen Ureinwohnern und aufgesetzten postmodernen Bauten in den Grossstädten. Die Modernisierung im postkolonialen Afrika ist gescheitert und sie wurde verweigert. Auswärtige Entwicklungshilfe entmündigte die Afrikaner und machte sie abhängig. Man hat nu reine Lähmung der Eigeninitiative der Bevölkerung erreicht.
Afrika ist auch Aberglaube und Hexenwahn, Stammesherrscher welche innerhalb der Staaten « regieren » und welche versuchen den Fortschritt zu bremsen.
In Afrika hat man leider zu viele Bürgerkriege, welche nie enden und immer wieder aufkeimen (Angola, Sudan, Kongo, Liberia, Somalia,....). Diese Kriege weiten sich neurdings auch in kontinentale Kriege um, wie bei der Kongokrise, wo Rebellentruppen anarchische Zustände fördern und das Land im totalen Chaos versinkt. Auswärtige Hilfe steht dam Ganzen machtlos gegenüber und bewirkt zumeist keine Besserung der Lage.
Afrika wird von den Industrieländern abgeschrieben, da man es als politisch hoffnungslosen Fall ansieht. Zudem nimmt man Teil an der ökonomischen Gier, wo der Reichtum der Regionen zugleich deren Fluch ist.
Trotz allem, der Afrikaner hat eine optimistische Natur, was Hoffnung für die Zukunft zulässt.
Meiner Meinung nach ein Buch welches die Situation Afrikas am besten wiederspiegelt, welches sehr gut geschrieben und recherchiert ist. Absolut empfehlenswert.
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Ansprechend
Bei diesem Buch handelt es sich zweifellos um ein klasse Buch, welches man nicht mehr aus der Hand legen möchte bis man es endlich durchgelesen hat. Es ist sehr ansprechend geschrieben und man erhält neben netten Anekdoten auch noch viel Wissenswertes. Außerdem werden viele verschiedene Aspekte in diesem Buch angeschnitten, jedoch werden diese teilweise zu oberflächlich abgehandelt.
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Gute essayistische Annäherung mit inhaltlichen Mängeln
Was gibt es Schöneres, als mit viel Zeit über einen der grossen Märkte
Afrika
s zu schlendern? Was ist beklemmender, als die Verliese in einer der zahlreichen westafrikanischen Sklavenburgen zu betrachten? Was kann spannender sein, als mit Afrikanern die zukünftige Entwicklung ihres
Kontinents
zu diskutieren? Kein Zweifel, Afrika macht süchtig. Und keine Frage, Bartholomäus Grill ist vom Afrika-Bazillus infiziert und versteht es, seine Begeisterung und gelegentliche Verzweiflung spannend und wortgewandt zu vermitteln. Wie Hans Magnus Enzensberger in "Ach, Europa" nähert er sich dem Kontinent essayistisch, mischt Erlebtes mit Historischem, eigene Eindrücke mit fremden
Berichte
n, und Anekdoten mit harten Fakten. Durch diese Art der Annäherung gelingt es Grill, die in Afrika oft anzutreffende Gleichzeitigkeit von grenzenloser Menschlichkeit und brutaler Barbarei, von prassendem Demonstrativkonsum und bitterer Armut besser verständlich zu machen. Und er zeigt, dass Mentalitäten und Rationalitäten zwischen Kampala und Kumasi anders sind als zwischen Kopenhagen und Catania, ohne auf plumpe Klischees zurück zu greifen. Allerdings, was Grill sensibel und vorsichtig formulierend aufbaut, das reisst er mit einigen Unachtsamkeiten und groben Patzern wieder ein. Das erste Ärgernis: Auch wenn man es nach der Lektüre des Buches nicht glauben mag, aber Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko liegen in Afrika, und Arabisch ist die am weitesten verbreitete Sprache des Kontinents. Zwar mag es eine Reihe von guten Gründen geben, die nordafrikanischen Staaten gesondert zu behandeln und sich auf "Schwarz"-Afrika zu konzentrieren, aber dann sollte man dies anständigerweise dazuschreiben. So entsteht der Eindruck einer gewissen Beliebigkeit bei der Auswahl der beschriebenen Länder und Themen.
Weiterhin kommen wirtschaftliche Aspekte der Entwicklung Afrikas im Buch sehr kurz. Gerade weil Afrika so arm ist, ergeben sich einige wichtige und interessante ökonomische Fragen: Warum haben einige Länder (z.B. Ghana, Mozambique, Botswana) erstaunliche Fortschritte in der Armutsbekämpfung erzielt, warum fallen andere deutlich ab? Sind regionale Wirtschaftsräume (z.B. SADC, ECOWAS) eine sinnvolle Option für die weitere Entwicklung Afrikas? Was versprechen die Handelsabkommen mit der EU, die seit 2002 ausgehandelt werden? Wird der gestiegene Rohstoffbedarf Chinas und Indiens den afrikanischen Ländern nützen? Gerade wenn Grill ökonomische Themen anschneidet, unterlaufen ihm die meisten Schnitzer. "Neun von zehn Afrikanern sind Subsistenzbauern." (S.406). Stimmt das wirklich? Nein, in der Realität sind es 90% derjenigen, die in der Landwirtschaft tätig sind, also insgesamt gut die Hälfte.
Beziehen sich die ersten beiden Kritikpunkte noch auf einen verzeihbaren Lapsus, so betrifft der dritte mehr als ein kleines Versehen: Bei der Erstveröffentlichung des Buches im September 2003 war die humanitäre Katastrophe in Darfur bereits im vollen Gange, bei Erscheinen der Taschenbuchausgabe im Jahre 2005 waren bereits mehrere hundertausend Menschen Opfer des Genozids. In Grills "Berichte aus dem
Inneren
(sic!) eines Kontinents" findet sich zu dieser Katastrophe mitten in Afrika...nichts, nada, rien! Kein einziges Wort!!! Da mag er noch so viel über das Versagen der globalen Gemeinschaft während des Genozids in Ruanda und Burundi schreiben, er hat an dieser Stelle seine Glaubwürdigkeit eingebüsst. Bleibt festzuhalten, dass das Buch in der Tat viele sehr gelungene Skizzen und Mosaiksteine enthält, die sich jedoch nur unzulänglich zu einem Gesamtportrait fügen. Die zahlreichen Lücken und Patzer machen es als Sachbuch nur sehr bedingt tauglich. Neben dem vorhandenen Personenregister hätte dem Buch ein Sachregister gut getan.
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Ein Schmöker, keine Wissenschaftliche Abhandlung...
Was wollte ich, als ich mir das Buch kaufte? Nun, natürlich einerseits schon die Befriedigung meiner wenig hinterfragten Katastrophenlust:
Afrika
, das ist ein Kontinent, auf dem alles scheitert, was anderswo nachweislich Früchte getragen hat. Andererseits wollte ich mich dem schwarzen Kontinent aber endlich auch einmal auf den Spuren eines Autors nähern, der dessen Menschen und seine Kulturen liebt - und nur mit diesem liebevoll-engagierten Blick lässt sich wirklich aufklärend über Afrika
berichte
n. Damit hebt sich "Ach, Afrika" von Scholl-Latours "Totenklage" (was für ein Titel!) deutlich ab. Was ich bekommen habe, war ein wunderbarer Schmöker: wenn ich ihn zur Hand nahm und las, kam ich selten unter einer Stunde wieder davon los. Dass das Buch keine wissenschaftliche Abhandlung ist - ist mir schlichtweg egal!
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erstklassig!
ein unglaublich tolles buch! da ich selbst schon oft in
afrika war
, kann ich das beurteilen: der autor ist ein kenner und liebhaber des schwarzen
kontinents
. nie besserwisserisch, immer voller liebe und zuneigung zu den menschen, die dort leben, aber auch sehr gut informiert. eine besonders gelungene mischung aus beschreibungen und informationen, extrem kenntnisreich, sehr warmherzig. es macht einfach spaß, das buch von bartholomäus grill zu lesen. ich kennen keinen anderen autor, der so packend über afrika schreiben kann. höchstes lob!
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