Blaue Branchen hingegen gibt es noch nicht. Die Musik spielt also im noch nicht vermessenen Neuland jenseits der Konkurrenz zwischen den etablierten Playern; hier spielt der Wettbewerb keine Rolle, da die Spielregeln erst noch festgelegt werden müssen. Die roten Ozeane hingegen repräsentieren alle Branchen, die es heute gibt; sie bilden den bekannten Markt. Sie sind das Haifischbecken, in dem sich immer mehr gefräßige Konkurrenten um das knappe Futter streiten. Während dort jedoch der Beckenrand dem Expansionsdrang ein jähes Ende setzt, können und müssen Unternehmen über den Wettbewerb hinausgehen. Es geht um die Eroberung blauer Ozeane.
Chan Kim und Renée Mauborgne blasen mit ihrem hervorragenden Buch zum Aufbruch und fordern einen Wandel im strategischen Denken: Mit diesem Buch fordern wir die Unternehmen auf, den roten Ozean des ruinösen Wettbewerbs hinter sich zu lassen und neue Märkte zu schaffen, wo es keine Konkurrenz gibt. Statt die vorhandene, oft schrumpfende Nachfrage aufzuteilen und sich an der Konkurrenz zu orientieren, geht es bei Strategien zur Eroberung blauer Ozeane (SEOs) darum, die Nachfrage zu steigern und sich von der Konkurrenz zu lösen. Und nicht zuletzt bieten sie die Aussicht auf höchst profitables Wachstum. Wie gesagt: In Sachen Profitabilität schlägt Blau Rot um Längen. -- Winfried Kretschmer