Mit Romanen wie Die Anbetung und Irrsinn ist der 62-jährige US-amerikanische Autor Dean Koontz längst so etwas wie ein Klassiker des übersinnlichen Thrills. In 38 Sprachen wurden seine Bücher bisher übersetzt, laut Verlagsauskunft 300 Millionen Exemplare davon verkauft. Das scheint zunächst nicht sonderlich verwunderlich. Denn in einer Zeit, in der aus den USA zu uns herüberschwappende Krimi-Fernsehserien zu übersinnlichen Phänomenen, okkulten Geisterjägern und PSI-Faktoren nur so aus dem Boden schießen, hat Koonz, so könnte man argumentieren, eindeutig auf das richtige Pferd gesetzt.
Es stimmt: Der Markt ist da, und der Konsument greift scheinbar alles dankbar auf, was seine Lust und Neugierde an dem befriedigt, wovon sich seine Schulweisheit nichts erträumen ließ. Aber es kommt ja auch immer darauf an, wie man den Markt bedient. Und da ist Koonz schon einzigartig. Das hat vor allem damit zu tun, dass der Autor seinen Plot psychologisch subtil entwickelt -- und dank einer gehörigen Brise ironischen Humors selbst für naturwissenschaftlich konservative Geister erträglich macht. So wird sich der, der Seelenlos aus dem Bücherregal zieht, mit dem Ich-Erzähler durchaus identifizieren können. Und das lässt das Grauen näher rücken, als einem bei der spannenden Lektüre manchmal lieb ist.-- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de