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Phantom: Ein Kay-Scarpetta-Roman
Patricia D. Cornwell

Hoffmann und Campe, 2008 - 333 Seiten
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auch Amazon hat in seinem Angebot nicht erwähnt, dass es sich eigentlich um einen älteren Roman handelt... Sehr irreführend und in meinen Augen nicht korrekt. Da aber Retouren akzeptiert werden, habe ich das Buch kurzerhand wieder zurückgeschickt...

5 Sterne deshalb, weil der alte Roman einfach top ist und Sehnsucht nach den alten Scarpetta-Romanen aufkommen lässt. Allerdings gibt es Hoffnung, denn die neueste (wirklich neu!) Erscheinung ist nicht so schlecht wie die Vorgänger.


Meinungen: Seite 1, 2, 3, 4



Eigentlich hat Kay Scarpetta am Tatort nichts zu suchen. Denn die Frau, deren Leiche in ihrem Wagen in der vom Rauch aus dem Auspuff vernebelten Garage aufgefunden wird, scheint sich auf den ersten Blick selbst umgebracht zu haben. Auf den zweiten Blick aber wird der Polizist Marino skeptisch. Deshalb fragt er die forensische Medizinerin um Rat. Und tatsächlich findet Scarpetta heraus, dass die Wahrsagerin ermordet wurde. Und nicht nur das: Wie sich die Geschichte weiterentwickelt, hätte wohl selbst die Ermordete nicht vorhersagen können.

Denn der Fall führt die Heldin von Patricia Cornwells Roman Phantom mitten hinein in eine andere, verzwickte Serie von Morden, bei der ein kürzlich hingerichteter Verbrecher namens Ronnie Joe Waddell die Hauptrolle zu spielen scheint. Eines der grausamen Gewaltverbrechen gleicht bis hin zu den Bisswunden des Opfers nicht nur spiegelbildlich jenem, wegen dem Waddell zum Tode verurteilt worden war. Am Tatort werden auch die vermeintlichen Fingerabdrücke Waddells gefunden. Ist dieser vielleicht gar nicht auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet worden?

Am Ende aber ist alles anders, Scarpettas Assistentin ist erschossen, und die Forensikerin sitzt selbst vor einer Geschworenenjury, die darüber befinden soll, ob Scarpetta ihrerseits wegen Mordes angeklagt werden soll. Bis dahin aber hat Phantom unmerklich und ohne logische Brüche dermaßen an Fahrt gewonnen, dass man nach der Auflösung der verwickelten Geschichte (die für die Protagonistin natürlich glimpflich ausgeht!) traurig ist, dass es nicht weitergeht. Phantom ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite, ohne allzu große Schockeffekte, dafür aber mit viel psychologischem, auch privatem Thrill. Cornwell at her best! -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de


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