Suche Literatur / Bücher:   





Krieg und Frieden. Sonderausgabe
Leo N. Tolstoi

Patmos - 1645 Seiten

durchschnittliche Kundenbewertung:basierend auf 52 Bewertungen
großes Bild anzeigen
 für weitere Informationen klicken Sie hier

   empfohlen  empfohlen!





Es nimmt kein Ende...

Das Buch ist zugegeben grandios geschrieben. Anderes wird man von Tolstoi auch nicht erwarten. Aber so schön es mich anfangs auch zu unterhalten vermochte, so schwer fiel es mir, den Wälzer zu Ende zu lesen. Denn im Grunde folgt die ganze Geschichte (zumindest bis zum Mittelteil - weiter bin ich nicht gekommen) einem einfachen hin und her zwischen Krieg und Frieden. Das mag angesichts des Titels nicht verwundern. Wenn ich aber nach der vierten äußerst detailiert geschilderten Schlachtbeschreibung schon zum fünften Mal von einem der opulenten Empfänge der oberen Zehntausend lesen muss, dann komme ich mir doch irgendwie angeödet vor. Zumal ich all die russischen Namen, deren Bestand auch noch ständig erweitert wird, schon nach kürzester Zeit nicht mehr auseinanderhalten konnte... Sie sehen schon, das alles ist sehr subjektiv. Aber ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige bin, dem es beim Lesen dieses Klassikers so erging. Und ich erlaube mir einfach mal hier auch ein durchaus etabliertes Jahrhundertwerk zu kritisisieren. Darauf einen Wodka!


 für weitere Informationen klicken Sie hier


Fast in die Knie gegangen!

Dieses Buch hat mir wirklich einiges abverlangt. Und dabei habe ich schon viele Bücher dieser Größenordnung und einige noch dickere gelesen. Aber "Krieg und Frieden" hätte mich fast in die Knie gezwungen :-). Um die 250 Personen, die alle mal mehr mal weniger behandelt werden, viele wirklich wichtige Fragen, die Tolstoi zu klären versucht, Familien- und Mílitärgeschichten, die sich abwechselndas alles wird dem Leser hier geboten. Und auch wenn ich desöfteren kurz vor der Verzweiflung stand, weil viele Seiten lang mal kaum etwas passiert, zumindest nichts was die Geschichte in irgendeiner Form vorantreibt, hat man doch eigentlich immer das Gefühl etwas ganz Großes zu lesen, was ja auch der Fall ist. Tolstoi gehört ohne Frage zu den größten Erzählern mit einer wunderbaren Sprache. Er lässt uns minutiös teilhaben an dem Leben des Adels in Russland von 1805 bis 1812 (und etwas darüber hinaus, rechnet man den Epilog mit). Vor allem aber am Leben von Andrej Bolkonski und Pierre Besuchow, zwei recht unterschiedliche Menschen, die beide im Laufe dieses Werkes nach dem Sinn des Lebens suchen. Zum einen wird man Zeuge des Alltagsleben eben genannter Kreise, da erlebt man seitenlange Beschreibungen der allabendlich irgendwo stattfindenden Gesellschaften, man geht auf die Jagd, man erlebt Duelle und Aufstände. Die ganz besonderen Momente erlebt man aber, wenn Tolstoi das Innenleben der einzelnen Protagonisten in den Fokus rückt. Da macht das Lesen wirklich Spass, da man Bekanntschaft mit so vielen, völlig verschieden denkenden Menschen macht, sie in Extremsituationen erlebt und dabei ist, wenn sie schwere Entscheidungen zu treffen haben. Das ist ganz große Literatur und lässt einen auch über sich selbst nachdenken. Diese Passagen werden immer wieder von ausführlichen Kriegsberichten, zum Beispiel von der Schlacht von Borodino, unterbrochen bzw. von ihnen ergänzt. Teilweise zu ausführlich, wie ich finde. Vielmehr kann ich inhaltlich nicht von mir geben, man täte sonst vielen Stellen Unrecht, die man weglassen müsste, da die Rezension sonst den Rahmen sprengen würde.
Uneingeschränkt kann ich dieses Buch allerdings nicht empfehlen. Es ist nun mal sehr dick und Tolstoi wiederholt sich wirklich auch mal desöfteren, denn die einzelen Teeparties unterschieden sich eben kaum voneinander, das weiss ja auch jeder, der Proust wenigstens ansatzweise gelesen hat. Daher kann ich den Vorwurf, dieses Buch sei einfach zu dick, nicht wirklich von der Hand weisen. Wer meint dies durchaus ab zu können, dem wird ein Panorama an Zeitgeschichte mit bis ins Kleinste gehenden Beschreibungen vom "friedlichen", wie eben auch vom "kriegerischen" Leben geboten. Dazu noch ein bisschen Sozialkritik und vielen Fragen, die natürlich auch heute noch wichtig sind. Sollte man allerdings noch nichts von Leo Tolstoi gelesen haben, dann würde ich eher zu Anna Karenina greifen, das ist nicht so dick und gefiel mir auch deutlich besser.


 für weitere Informationen klicken Sie hier






 für weitere Informationen klicken Sie hier


Tolstois Mammutwerk...

...ist sicherlich ein großes, bedeutendes und umfangreiches Werk. Ein großes Werk der Weltliteratur und das nicht nur aufgrund seiner über 2000 Seiten. Ein Buch voller Klugheit, Wahrheit und Philosophie, ein historischer und gesellschaftlicher Spiegel der Zeit der napoleonischen Kriege und die Geschichte dreier adliger Familien in Russland in den Kriegswirren zur Zeit Alexander I.

Das Buch lebt - wie alle Bücher Tolstois - von seiner schönen Sprache und einer bewegten Geschichte, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, als dass sie von den großen Themen Liebe, Leidenschaft und Tod handelt.

"Krieg und Frieden" ist ein Buch, dass einem viel gibt, dem Leser aber auch viel abverlangt. Es liefert einen detaillierten historischen Einblick der Zeit, stellt aber zugleich größere Anforderungen an die Geduld des Lesers, der sich vielfach durch ganze Kapitel theoretischer Abhandlungen und Deutungen kämpfen muss. Insbesondere das letzte Drittel des Buches gleicht einer Anhäufung historisch-philosophischer Betrachtungen, die Tolstoi ein drittes und viertes Mal, oftmals mit den gleichen Worten, gebetsmühlenartig wiederholt. Zum Ende des Buches hin ist man froh über jedes Kapitel, in dem Tolstoi zur Geschichte der handelnden, liebenden und leidenden Hauptfiguren des Romans zurückkehrt. Ein wahrhaft großes Werk Tolstois, für mich aber nicht sein größtes. Sein bedeutendstes und reifstes Werk ist und bleibt für mich "Anna Karenina", ein gleichfalls umfangreicher Roman, aber von noch größerer emotionaler Spannkraft, zeitloserer Thematik, einer reichen, schönen Sprache und einer Fülle von wunderbaren poetischen Bildern. Der Epilog in "Krieg und Frieden" mit seinen Schlussblick auf Familie und Ehen der verbliebenen und sich zusammen gefundenen Protagonisten bereitet schon das spätere Thema "Anna Kareninas" vor und weist auf die Vollendung Tolstois Meisterschaft....



 für weitere Informationen klicken Sie hier


Meinungen: Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10



Alle Freunde der großen russischen Literatur des 19. Jahrhunderts müssen sich mit einer traurigen Wahrheit vertraut machen: Krieg und Frieden von Leo Tolstoi hat es nie gegeben! Es existieren nur verschiedene Fassungen, von denen die uns bekannte eine (mehr oder weniger bunte) Mischung ist: Der Text stammt aus den ersten beiden Ausgaben von 1868/69, vermischt mit den Korrekturen und der Kapiteleinteilung der dritten Ausgabe von 1873.

Erstmals aber hatte Tolstoi sein Mammut-Epos 1866 für beendet erklärt und dann doch noch mit Änderungen versehen, die das Opus auf das Doppelte des ursprünglichen Umfangs anschwellen ließen. Zahlreiche Exkurse zur Geschichtsphilosophie und Zeitpolitik wurden aufgenommen, die Napoleon-Begeisterung der Urfassung zugunsten einer politisch legitimeren Darstellung geglättet. Das hat Krieg und Frieden zum einen sicher interessanter und fassettenreicher, zum anderen aber auch vom Erzählstil etwas träger und von der Figurenzeichnung etwas einseitiger werden lassen. Denn viele satirische und groteske Züge kommen in den späteren Druckfassungen nicht mehr zum Tragen.

Was Krieg und Frieden verlor und was es durch die Überarbeitungen gewann, kann nun jeder in der laut Verlagswerbung mühsam "rekonstruierten Urfassung" nachlesen -- wobei das Attribut schon ankündigt, dass es sich dabei keineswegs um die einzig autorisierte Urfassung handeln muss. Dennoch bekommt man einen schnellen, überraschenden und ebenfalls nicht gerade dünnen Roman zu lesen, der nicht nur einen klareren Einblick gibt in die Tolstoi'sche Psyche, sondern auch aufwartet mit einem neuen (also eigentlich ja alten) Schluss. Mehr wird aber nicht verraten. --Thomas Köster


 für weitere Informationen klicken Sie hier



gut oder schlecht?    Was ist Ihre Meinung?     Schreiben Sie eine Rezension!



Empfehlungen

Packende und geniale historische Romane
Tolle Themen, Klasse umgesetzt
Meine Lieblingsbücher
Romantik & Realismus
Bestenliste


Suche nach Büchern
krieg und frieden, frieden, krieg, sonderausgabe


Impressum / about us


Suche Literatur / Bücher:   



deutsch
Bücher  DVD  klassische Musik