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Anna Karenina
Leo N. Tolstoi

Patmos, 2007 - 999 Seiten

durchschnittliche Kundenbewertung:basierend auf 38 Bewertungen
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Großartiges Meisterwerk!

Es ist ein unglaublich spannendes, tiefgründiges Buch, das einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Man meint, jede der vorgestellten Personen persönlich zu kennen und auch die fremde Zeit und das typisch russische kommt einem nicht befremdlich sondern sehr interessant und verständlich vor. Den Weg seines Helden, Levin, beschreibt Tolstoi unglaublich persönlich. GROSSARTIG!


In die Moral verschlagen

Ein Roman, der sich in seinem ersten Satz spiegelt, der wie eine Essenz vieler Tragödien anmutet: ?Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich.? Und doch ist Anna Karenina vor allem die Tragödie einer Frau. Weltliteratur sorgt immer wieder dafür, daß die Geschichten, die zuvor so nie erzählt worden sind, einem vorkommen, als wären sie einem längst bekannt, als habe da jemand es nur auf den Punkt gebracht. Sie sorgt dafür, daß ihre Geschichten sich über die Jahrhunderte so anfühlen, als erlebten wir sie jetzt, als brauchten wir nur die Mode, die Frisuren, die Offiziersjacken auszuwechseln und der modernen Technik Tribut zu zollen, und entdeckten Anna Karenina an der nächsten Ecke. Was für eine große Liebestragödie, bei der die Karenina alles einsetzt und alles verliert, in der gezeigt wird, wie für manche Menschen ein Wert wie Vertrauen nicht unbedingt gleich gewertet wird. Tolstoi besitzt dabei noch ein Raster an Moral, auf dem er die Erschütterung wiegt, unter der wir seinen Roman lesen. Er ist bereit bis ans Ende von dem zu gehen, was man sich als Leser nur denkt: Die Familie verlassen, ein mißratenes Leben gegen ein besseres einzutauschen, sich nicht vorschreiben zu lassen, wie man zu leben, zu lieben hat. Aber sind wir bereit den Preis zu zahlen? Die Karenina ja. Auch wenn sie sich zu Anfang nie hat vorstellen mögen, worin er besteht. Wie viele Menschen gibt es, die so konsequent zu leben verstehen? Wenige. Wie viele Schriftsteller, die einen solchen Roman zu schreiben vermochten? Kaum einen. Einen Roman, den man in sich trägt, der viele andere Geschichten lostritt. Lesen, lesen, lesen, immer wieder lesen.


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Ein Jahrtausendwerk

Ein Roman, der 130 Jahre auf dem Buckel hat. Der in einer längst untergegangenen Gesellschaftsschicht spielt. Und der einem beim Lesen dennoch so aktuell vorkommt, als wäre er erst gestern geschrieben worden. Geht das ?

Es geht ! Denn Leo Tolstoi hat mit "Anna Karenina" ein zeitloses Werk geschaffen. Solange es Menschen gibt, werden sie von den tiefen Einsichten in die Psyche der Hauptpersonen fasziniert sein. Sie werden feststellen, dass Tolstoi zwar die russische Oberschicht des ausgehenden 19. Jahrhunderts beschrieben hat, dass sein analytischer Blick aber Zusammenhänge erfasst, die unabhängig von den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen das menschliche Zusammenleben ausmachen.

Wirklich unglaublich, aber ich fand die 975 Seiten kaum jemals langweilig oder anstrengend. Dafür fast immer fesselnd und faszinierend. Für mich eines der wichtigsten Bücher der Weltliteratur.

Zum Schluss noch ein kleiner Kritikpunkt: Humor wird man in diesem Buch nicht finden. Höchstens mal einen feinen satirischen Anklang, der sich dem heutigen Leser nicht ohne weiteres erschliesst. Das lässt sich allerdings verschmerzen, immerhin geht es hier um Leben und Tod :-)


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Meisterwerk der Literatur - Unbedingt lesenswert

Der Roman Anna Karenina ist auch in der heutigen Zeit noch absolut lesenswert, da Tolstoi es mit meisterhaftem Gespür versteht, psychologisch tiefgründige, einzigartige Charaktere zu zeichnen. Trotz des sehr großen Umfangs des Romans verliert man nie das Interesse am weiteren Schicksal der Figuren.

Die Hauptfigur Anna wird als ein sehr liebebedürftiger, aufrichtiger Mensch dargestellt, deren Leben mit ihrem gefühlskalten Mann immer unerträglicher wird, besonders dann, als sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben aus tiefstem Herzen verliebt und diese Liebe in gleicher Weise erwidert wird. Anna erträgt das heuchlerische Leben an der Seite ihres Mannes nicht länger, bricht aus ihrer Ehe aus und versucht ein Leben zusammen mit ihrem Geliebten Wronskij zu führen.

Es stellt sich jedoch sehr schnell heraus, dass dieses neue Leben nur vordergründig glücklich ist, da Anna als Ehebrecherin gesellschaftlich fallen gelassen und verurteilt wird. Sie verliert den Boden unter den Füßen, da selbst ehemals gute Bekannte den Umgang mit ihr meiden.
Das zweite Unglück, das Anna nach ihrer Trennung trifft, ist der Verlust ihres über alles geliebten Sohnes, der beim Vater bleiben und dort aufwachsen soll.

Annas Kummer über diese Trennung von ihrem Sohn ist unermesslich, selbst die Liebe zu Wronskij kann sie nicht immer darüber hinweg trösten.
Außerdem leidet sie ständig unter großer Eifersucht, sie kann nicht glauben, dass Wronskij ihr für immer treu ist. Im Laufe der Zeit vereinsamt Anna mehr und mehr, reibt sich durch ihre Eifersucht auf und wird schließlich so unglücklich, dass nur noch der Tod die einzige Möglichkeit ist, allen diesen seelischen Qualen zu entkommen.

Die psychologische Entwicklung Annas bis zu ihrem Freitod wird sehr gut beschrieben, ihre seelische Zerrissenheit wird glaubwürdig und sensibel dargestellt.

Neben diesem Haupterzählstrang werden auch die Lebenswege mehrerer Familienangehöriger sehr detailliert und tiefgründig beschrieben, Tolstoi wechselt während des Romans immer wieder zwischen den verschieden Hauptfiguren.

Alle Personen kommen dem Leser erzählerisch sehr nahe, da sie unglaublich lebendig und realistisch beschrieben werden.

Obwohl ich einige Wochen gebraucht habe diesen Roman zu lesen, bereue ich keine Minute, die ich für die Lektüre benötigt habe. Meiner Meinung nach läßt sich Tolstoi auch heute noch sehr gut lesen, der Roman überzeugt durch seine Tiefe und Substanz und wird daher für mich unvergesslich bleiben.

Ich kann dieses Meisterwerk nur empfehlen und ihm auch zukünftig noch viele Leser wünschen. Die Lektüre von Anna Karenina wird niemand bereuen!


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Meinungen: Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8



"Gestern abend sagte er mir, daß er einen Typ von Frau im Sinn habe, verheiratet, der obersten Schicht zugehörig, die sich aber selbst verloren hat." Hier ist nicht von einem gebeichteten Seitensprung die Rede, sondern es ist dies die allererste Erwähnung von Tolstois Ehefrau über den geplanten neuen Roman ihres Gatten. Sechs lange Jahre hatte er an Krieg und Frieden gearbeitet. Nun hatte sich Leo Tolstoi, müde und enttäuscht über die hämische Reaktion, auf sein Gut zurückgezogen.

Doch bald schon arbeitete er am zweiten großen Roman seines Lebens, Anna Karenina. Zu vielschichtig und psychologisch feinst verwoben ist dieses riesige, 1878 erschienene Werk, um es hier auch nur ansatzweise zu erfassen. Erzählt wird die Geschichte der adligen Familie Karenin, einer dekadenten, in gesellschaftlichen Normen erstarrten Sippe. Die Kälte ihres Gatten treibt die sensible Anna dem wesentlich jüngeren Grafen Wronskij in die Arme. Diese stark sexuell orientierte Beziehung endet im Fiasko. Schließlich richtet Anna sich selbst, aber auch ihren Mann und den Geliebten zugrunde.

In der anderen großen Figur des Romans, dem Gutsbesitzer Lewin, hatte sich Tolstoi selbst verewigt. Dessen Rückzug aus der Moskauer Gesellschaft und seine Selbstbescheidung auf ein bäuerlich schlichtes Leben verkörperten auch Tolstois Ideale.Das Selbstmordmotiv legte den Vergleich mit Flauberts Madame Bovary nahe. Jedoch erreicht Flaubert bei weitem nicht Tolstois Realismus und dessen tiefe psychologische Aufarbeitung von Schuld, Verstrickung, Haltlosigkeit und Verantwortung im Umgang mit seinen Figuren. --Ravi Unger


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