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Lolita
Vladimir Nabokov

Rowohlt Tb., 1999 - 527 Seiten

durchschnittliche Kundenbewertung:basierend auf 37 Bewertungen
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Vielfarbiges, schillerndes Chamäleon

Aber die Bezeichnung 'Meisterwerk' halte ich für überzogen -
dieser Strom aus bonbonrosa Konsumverhalten und das sich permanent
wiederholende und aufgesetzt wirkende Schmachtgehabe des Humbert Humbert
zerrt und beißt an den Nerven und hat mich ermüdet.
Ich hatte den Eindruck, dass Nabokov selbst händeringend nach der
Obsession des Humbert suchte und sich damit geradezu dem Leser aufzwingt.
Die Schreibart, des Humbert Humbert eigentlich, ist eine ständige
Wiederholung aus Schmachten, Konsumieren, Obsession, Schmachten,
Konsumieren, Selbstbeweihräucherung, Lolita, Lolita usw. - immer das
Gleiche, sodass mir nur die Schwerpunkte des Romans nachhaltig im
Gedächtnis geblieben sind.
Nebenbei gibt es wunderbar klingende Wörter!

Ich würde das Buch als etwas verwaschen bezeichnen und nicht sehr
spannend. Die Sprache ist elegant, etwas überzüchtet, wie Humbert eben
ist. Lobenswert finde ich die sehr gut dargestellte Verfassung desselben:
seine geistige Überspanntheit, die unklaren Trugbilder, das fast
fiebervisionsartige Reden über den Kidnapper.

Da alles stets die Perspektive Humberts ist, bleibt auch die Frage nach
der tatsächlichen Wahrheit eine reine Frage und es gibt keine Antworten
darauf, was wirklich und real passierte und das ist wiederum das
Grandiose an Lolita: die Option der Wahrheit bleibt offen - es wird aus
der Perspektive eines hochintelligenten Pädophilen berichtet.

Anbei: Lolita ist ein Buch mit vielen Ebenen - da gibt es Anklänge, die
Lolita nicht als das verführte Mädchen darstellen. Hinweise findet
man bei Nabokov darauf. So steckt in Lolita vielleicht der Geist ihrer
Urgroßmutter. Und werden in den alten Sagen die Nymphen nicht auch als
dämonische Wesen gefürchtet.
Auch in Lolita endeckt man die untergründige, fast unsichtbare
phantastische Ebene, die auch in Nabokovs Erzählungen immer wieder
hervorschimmert, sowie sein Lieblingssymbol: den Schmetterling.


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jeder Täter ist ein Opfer

Lolita-die Geschichte eines Besessenen:besessen vom Zauber der Jugend,der Unschuld,des fohlenhaften Charmes kleiner Mädchen.
Ein alternder Gelehrter,der seine pädophilen Obsessionen ausleben möchte und bisher nicht wirklich wagte,bekommt die Chance dazu: er heiratet die Mutter eines von ihm begehrten Kindweibchens. Als seine Frau stirbt,nimmt er das "Töchterchen" zu sich,hoffend,dass er sie langsam und Schritt für Schritt verführen kann. Tatsache ist jedoch,das Nymphchen verführt ihn-mit der unbedarften Kaltschnäuzigkeit einer Heranwachsenden,für die Sexualität noch ein Spiel ist,dessen Folgen sie nicht abschätzen kann.
Lolita lernt schnell,die Begierde ihres "Vaters" für ihre Zwecke auszunutzen,ja er verfällt ihr bis zum Wahnsinn.
Als Sie sich dann von ihm abwendet und (wieder mit Hilfe eines reifen Mannes)flieht,bleibt er gebrochen zurück,um nach Jahren seine Rache an dem "Zerstörer" seiner geliebten Lolita zu nehmen,Opfer seines Wahns von Liebe und Besessenheit.
Sprachlich von großer Einfühlsamkeit,die Szenen der Begierde hautnah beschreibend,ohne obszön zu sein bekommt das Werk von mir trotzdem nur vier Sterne-zu beklemmend ist der Gedanke,dass man Verständnis und Mitleid für einen Erwachsenen aufbringen kann,der das Leben eines Kindes zerstört...




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Absolut lesenswert!

Ich kaufte mir dieses Buch mit dem Vorsatz meine Allgemeinbildung etwas zu vergrößern und dachte daher, dass es mir schwer fallen würde mich darin vollkommen zu vertiefen. Der lebendige und flüssige Schreibstil von Vladimir Nabokov fesselte mich ein ganzes Wochenende an dieses Buch. Die schilderungen des Autors wie vor dem Auge des Protagonisten, der der kleinen Lolita ganz und gar verfallen ist, Wahrheit und Wahnsinn verschwimmen fordern die ganze Aufmerksamkeit des Lesers. Das Buch bringt einen FAST dazu die Begierden und kranken Gedanken eines Pädofilen nachvollziehen zu können.
Zu dem Buch gehören diese ausführlichen Beschreibungen der Gedankengänge des Protagonisten um dessen Wesensart besser verstehen zu können.
Leider bekommt das Buch gerade dadurch zwischenzeitlich einen Hauch von langatmigkeit, so dass man aufpassen muss das man nicht aus der Konzentration fällt.
Man kann dieses Buch also ohne zögern als Meisterwerk mit Schönheitsfehler bezeichnen.


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lesenswert

in diesem buch geht es um das scheitern einer illusion, um das aufdecken einer lebenslüge, um leid und leidenschaft. man kann sich darüber streiten, ob das beispiel gut gewählt ist, ob es sich um die art pädophilie handelt, über die man heute in jeder tageszeitung liest. der autor hat sich dieses beispiel gewählt und ist dadurch weltberühmt gewesen--obwohl es kein schmutziges buch ist, obwohl es es keine kraftausdrücke gibt. für die sprache allein kann man dem schreiber dankbar sein (natürlich auch dem übersetzer)- wunderbar, wie der autor die worte findet, sie neu findet, sie beherrscht, um seine personen zum leben zu erwecken. das allein macht das buch m.e. sehr lesenswert.
zum inhalt wurde schon viel geschrieben, auch viel unsinn, und oft auch nur einseitig. die hauptperson ist einsam, weil sie eine obsession hat, die sie einsam macht. der mann stellt fest, dass es ihm die nymphchen angetan haben, die so speziellen kleinen mädchen. er tut ihnen aber nichts. dann gerät er in den bannkreis einer solchen nymphe und will sich in deren nähe fest einnisten, sogar um den preis einer heirat mit einer richtigen frau. das unglück beginnt, als er selbst von dem nymphchen regelrecht vergewaltigt wird, überrumpelt mit einer sexuellen gewandtheit und erfahrenheit, wie sie nicht zu erwarten war (zumal im amerika der fünfziger und sechziger jahre). hier hätte der mann seine sachen packen und abhauen müssen, doch er begreift nicht, was passiert ist und glaubt weiter an seine illusionen. am ende weiß man, wie weit ihn die enttäuschung über die lebens- und liebeslüge, über sich selbst vor allem, führen wird.
ein großer wurf, dieses buch. man lese es und denke darüber nach. wie ist es heute um die jungen menschen bestellt? in einem zeitalter hemmungsloser enttabuisierungen, in dem kinder mit pornografie groß werden und entsprechende werte, was sexualität angeht, völlig verlieren bzw. nie ihr eigen nennen werden (man lese dazu mal erhebungen zu diesem thema unter zwölf- bis vierzehnjährigen, besonders in den großen städten). insofern ist das buch noch sehr harmlos und immer wieder auch aktuell.


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Erotische Weltliteratur der Extraklasse

Bei Lolita handelt es sich nun wirklich um erotische Weltliteratur. Das liegt einerseits an der sehr ungewöhnlichen, tabuisierten Themenwahl, andererseits an der geradezu brillanten Sprache. Hier wäre lediglich einzuwenden, dass es der Autor vielleicht hier und da ein wenig übertreibt und den Leser geradezu vorführt.

Aber da ist noch ein weiterer Aspekt: Heute erzählen viele Erotikromane aus Sicht einer Frau, sehr häufig mit einer devoten oder masochistischen Neigung. Dieser Roman erzählt aus Sicht des Mannes und in diesem Fall auch Täters, was die Sache m. E. schriftstellerisch besonders schwierig macht. Dass dies trotzdem so sehr gelungen ist, dafür verdient der Autor höchste Anerkennung.


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Meinungen: Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8



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