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Die Stalinorgel
Gert Ledig

Suhrkamp, 2003 - 228 Seiten

durchschnittliche Kundenbewertung:basierend auf 19 Bewertungen
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Schonungslos

Ich bin dem SPIEGEL heute noch unendlich dankbar, dass er 1999 mit einem Artikel über den damals schon längst vergessenen Schriftsteller Gert Ledig mein Interesse am Autor weckte. Mit dieser neuen Öffentlichkeit wurden seine wichtigsten Werke (neben "Die Stalinorgel" noch das Luftangriffsdrama "Vergeltung" und die Nachkriegserzählung "Faustrecht") wiederentdeckt. Kurz vor seinem Tode im Juni des gleichen Jahres erfuhr er so noch die späte, aber wohlverdiente Anerkennung.

"Die Stalinorgel", ursprünglich 1955 erschienen, spielt an der Ostfront 1942 im Areal des Leningrader Belagerungsrings. Ledig nahm an diesen Kämpfen selbst teil und wurde schwer verwundet. So fließen autobiographische Erfahrungen in die Erzählung ein, die dem Leser das Grauen auf beiden Seiten dermaßen drastisch schildert, dass die zum Verdrängen neigende westdeutsche Gesellschaft der Fünfziger Jahre mit purer Ablehnung reagierte. Namenlose, nur mit dem Dienstgrad bezeichnete Soldaten auf sowjetischer und deutscher Seite sterben einen sinnlosen Tod, nur um geringfügige Geländegewinne in einem Sumpf zu erzielen.

Gert Ledig macht die Brutalität des Weltkriegs deutlich, frei von jeglichem Heldenpathos oder Landserromantik. Ein Standardwerk der deutschen Kriegsliteratur, zu Unrecht jahrzehntelang vergessen. Unbedingt empfehlenswert!


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Absolut lesenswert !!

Ledigs bedrückende Darstellung der Ostfront hat auch 50 Jahre nach Ihrem Erscheinen nichts von seiner Aktuallität eingebüßt.

Es gibt kein Gut oder Böse - kein Schwarz / weiss - alle Kombatanten sind gleichermaßen Täter und Opfer!

Ein wirklich lesenswertes Buch !!!






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brutale Realität im Mikrokosmos einer Schlacht

Gert Ledig, der im Sommer 1942 selbst als Unteroffizier im Einschließungsring um Leningrad kämpfte, versetzt den Leser an den Ort seiner Verwundung, die Höhe 308, sumpfiges Brachland vor der belagerten Stadt. Teils biographisch, teils fiktiv beschreibt er das Schicksal einer deutschen Pionier-Kompanie exemplarisch am Beispiel eines Majors, eines Hauptmanns, eines Feldwebels, eines Unteroffiziers und eines einfachen Meldegängers, gewährt zudem oberflächliche Einblicke in die Psyche des Feindes am Beispiel einiger Rotarmisten an und hinter der Front. Man erfährt von Überläufern und Deserteuren, Feiglingen und Helden, Kadavergehorsam und Pflichterfüllung, der Willkür der Kriegsgerichtsbarkeit und Soldaten, deren Dasein im unerbittlichen Inferno der Schlacht auf primitven Überlebensinstikt zusammengeschmolzen ist. An grausamen Darstellungen der Kampfhandlungen mangelt freilich es nicht, ob nun deutsche Landser hilflos im Hagel der Katjuscha-Salven zerfetzt oder stürmende Rotarmisten im Feuer deutscher Maschinengewehre niedergemäht werden.

"Die Stalinorgel" ist dank der knappen Hauptsätze und prägnanten Sprache ein beklemmendes Zeugnis (un)menschlichen Elends in Zeiten des Krieges, das selbst hartgesottene Apologeten kriegerischer Gewalt nachdenklich stimmen muß und den Leser mit einem bedrückend unguten Gefühl in die Realität entläßt.


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Thematik sehr schön vermittelt - hart zu lesen

Als ich die vielen positiven Rezensionen über das Buch gesehen habe und weil mich das Thema schon immer sehr interessiert hat, habe ich mir dieses Buch gekauft.

Wie ich dann auf den ersten Seiten zu lesen begonnen habe, war ich aber sehr überascht, wie stockend und unflüssig das Buch geschrieben ist. Die Sätze sind äußerst kurz und wirken auf mich manchmal richtig abgehackt.
Je länger man liest, desto eher gewöhnt man sich jedoch an diesen doch recht eigenartigen Schreibstil und das Buch wird besser.

Schade finde ich nur, dass man manchmal wegen der tagebuchartigen Darstellung leicht den Zusammenhang verliert und oft zwischen den einzelnen Episoden grübeln muss, wo der Autor jetzt wieder zu erzählen beginnt.

Insgesamt daher nur ein mäßig gutes Buch


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Beeindruckend

Ein unfassbarer Kriegsbericht. In kargen, abgestorbenen Worten erzählt, wahllos sterben Protagonisten und Plotstränge, nichts und niemand überlebt. Ein gewaltiges Buch.


Meinungen: Seite 1, 2, 3, 4



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