Woher nimmt aber Dan Brown diese Idee oder soll man davon ausgehen, dass er sich das selbst ausgedacht hat?Nein, selbst Dan Brown beruft sich auf einige Quellen, die er allesamt in seinen Büchern aufzählt, weshalb ?seine? Idee vom göttlich Weiblichen auch nicht ganz neu ist.
Ins Rollen gebracht wurde der Stein einst durch das umstrittene Werk ?Der Heilige Gral und seine Erben?, welcher auch die überzeugte Katholikin Margret Starbird dazu brachte sich mit dieser Thematik näher zu befassen. Anfangs noch gegen die Grals-Theorien, begann sie sich selbst mit Bibelstudien und Forschungen über die Apokryphen zu befassen, um die häretischen Theorien über eine Heirat Jesu und Maria Magdalena zu entkräften. Ihre Studien führten sie jedoch entgegen ihrer ursprünglichen Absichten dazu in Maria Magdalena tatsächlich die Ehefrau Jesu und Mutter seiner Kinder zu erkennen.
Als eine der wichtigsten Quellen für Sakrileg erweist Dan Brown der Autorin und dem Buch seine Anerkennung, durch einen leidenschaftlichen Kommentar auf der Buchrückseite von ?Die Frau mit dem Alabsterkrug?. Dieser positive Kommentar alleine macht aus dem Buch noch lange nicht die wichtigste Quelle Dan Browns (im Grunde ist diese ja das Buch ?Der heilige Gral und seine Erben?), unter dem Buchtitel sind jedoch noch die sehr einflussreichen Worte ?Das Schlüsselbuch aus Dan Browns Sakrileg? zu lesen.
Beginnend mit einer Kurzgeschichte über Maria Magdalena führt das Buch ein in die Theorie, dass Maria Magdalena, nicht nur auch als Maria von Bethanien in der Bibel vorkommt, sondern auch noch mit diesem seit der Hochzeit von Kanaa verheiratet war. Auch spricht sie dabei Jesus vorwegs menschliche Seite an, so dass dieser zwar auserwählt gewesen sei und der Sohn Gottes, aber nicht ganz in dem sakralen Sinn der römisch-katholischen Kirche.
Der Beginn der Geschichte liest sich wie folgt:Schwanger von Jesus und verfolgt von dessen Häschern, muss Maria Magdalena nach dessen Kreuzigung zusammen mit Josef Arimathea durch die Wüste nach Alexandria fliehen und dort ihr Kind zur Welt bringen. Anders als erhofft ist dieses Kind jedoch eine Tochter, was Marias Lage radikal ändert, denn alle haben einen männlichen Stammhalter erwartet. Einige Jahre später bricht Maria zusammen mit ihrer Tochter Sarah nach Gallien auf, um dort in Sicherheit weiterleben zu können.
Danach sollen diese Nachfahren Jesu in die Familie der Merrowingerkönige eingeheiratet haben, welchen ähnliche mystische Fähigkeiten nachgesagt werden. Später in der Geschichte soll es dann ein Nachfahre der Merrowinger gewesen sein der als Gottfried von Bouillon der Jerusalem und damit seinen Thron als Nachfahre Davids wieder eingenommen hat. Nebenbei werden auch die Katharer mit den Lehren eines verheirateten Jesus in Verbindung gebracht, weshalb diese auch Opfer eines eigenen Kreuzzugs geworden sein sollen. Immer wieder verweist die Autorin dabei auf das Werk der Herren Lincoln, Baigent und Leigh, welches ihre Aussagen bestätigen soll.
Die zentrale Theorie des Buches ist jedoch die Verleugnung des göttlich Weiblichen, welches von der Kirche als Feindbild verinnerlicht worden sein dürfte, weil diese ansonsten um ihre Legitimität zu fürchten haben soll. Um ihren Schlüssen eine seriöse Aura zu verleihen gibt die Autorin dabei immer wieder ihre kaum anzuzweifelnden Quellen an (welche jedoch aufgrund gezielter Absichten als vorselektiert zu betrachten sind).
Fazit:Insgesamt ist dieses Buch ein Werk welches darauf aufmerksam macht, dass da doch eine andere Wahrheit hinter den Worte der ?offiziellen Version? steckt. Der durchwegs gute Schreibstil und die logischen Schlüsse, können zwar die teilweise anzweifelbaren Beweise und Verweise nicht ganz wettmachten, aber ein soziales Umdenken wäre dennoch angebracht.