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Orientalische Promenaden: Der Nahe und Mittlere Osten im Umbruch
Volker Perthes

Pantheon, 2007 - 412 Seiten

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Unbedingt lesenswert

Ein Buch, dass differenzierte Einblicke in die politischen, religiösen und gesellschaftlichen Strömungen der jeweiligen Länder gibt. Der interessierte Leser erhält Informationen, die so sicherlich nicht in der Tagespresse oder anderen Medien zu finden sind. Auf wohltuende Weise mag der Leser seine Einschätzung der arabischen, muslimischen Region überprüfen und auch revidieren können. Ein wichtiges Buch, dass zum Verständnis der politischen Entwicklungen in der Region und der notwendigen Auseinandersetzung des "Westens" mit diesen Ländern beiträgt.


Gut geschrieben, sehr informativ

Seit dem 11. September ist das Interesse an der islamischen Welt im Allgemeinen und am Nahen Osten im Besonderen gestiegen, was eine Fülle am Literatur belegt. Perthes schließt mit seinen Orientalischen Promenanden an sein früheres Werk, die Geheimen Gärten, an. Während jene ein "eher systematisch angelegtes Gesamtbild der 'neuen arbischen Welt'" bieten, versucht der Autor mit den Promenaden die religiöse, politische und kulturelle Vielfalt der Region darzustellen. Die Bruchlinien der Auseinandersetzung verlaufen, so könnte das Fazit des Buches lauten, weniger zwischen "Westen" und Orient, als vielmehr innerhalb der Staaten der Region. Für diese Interspretation, die der oft bemühten These vom "Kampf der Kulturen" widerspricht, spricht die Tatsache, dass zum einen die Auseinandersetzung zwischen "säkularen" und islamistischen Kräften in der islamischen Welt weitaus heftiger ist (Beispiel Algerien)als in anderen Teilen der Welt und dass zum anderen die meisten Opfer islamistischer Gewalt Muslime sind.

Perthes konziert sich in seinem Buch auf die Schlüsselstaaten des Nahen Ostens - Iran, Ägypten, Saudi-Arabien. Zwei weitere Kapitel sind der 'Kurdenfrage' im Irak - dahinter steht die Frage, wie und in welcher Form der Irak als staatliche Entität überleben kann - und dem israelisch-palästinensischen Konflikt gewidnet. Dabei lässt der Autor seine Gesprächspartner, vom saudischen Jugendlichen, über den ägyptischen Buchhändler, den iranischen Geistlichen bis zum palästensischen Politiker zu Wort kommen. Die Schlussfolgerungen aus den Gesprächen zu ziehen, überlässt Perthes seinen Lesern.

Das Buch ist gut und verständlich geschrieben, bietet (auch weniger) informierten Lesern einen Überblick über die Konflikte der Region und verzichtet auf einseitige Schuldzuverweisungen oder moralische Appelle. Leider gibt es zu wenige Bücher auf dem deutschen Buchmarkt, die diese wichtige Thematik auf ähnlichem Niveau behandeln.


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