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Cool it!: Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten
Bjørn Lomborg

Pantheon, 2009 - 272 Seiten

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Interessante Perspektive

Hoffnungsvoll blicken jene Menschen, für welche die Debatte um den Klimawandel schon längst ins Irrationale abgedriftet ist, nach Kopenhagen. Hier forscht und lehrt Björn Lomborg, der inzwischen zu einem der bekanntesten Gesichter im Kampf um mehr Sachlichkeit beim Thema Klimawandel geworden ist. Der Däne, ehemals Mitglied bei Greenpeace", ist inzwischen von der ganzen Umweltretter-Front kuriert. Mit seiner neuesten Veröffentlichung Cool it! Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten" wagt er einen mutigen Sprung. Und auch wenn Lomborg der Mut zum Ende seiner Ausführungen verläßt, so erhält der Leser doch viele Informationen. Informationen, die er zuvor häufig unter völlig anderen Vorzeichen präsentiert bekommen hat oder die ihm einfach unterschlagen wurden, denn das Thema Klimawandel sei inzwischen zu einer Art heiligem Überlebenskampf" mutiert. Typische Merkmale sind eine überzogene oder extreme Wortwahl, ein eindringlicher Tonfall und ein filmischer Stil. Man bedient sich eines quasi religiösen Registers von Tod und Verderben, und die Sprache ist geprägt von Beschleunigung und Unumkehrbarkeit", zitiert Lomborg das Institut for Public Policy Research". Ein solcher Umgang mit Sprache macht jeden vernünftigen Dialog über unsere weltweiten Handlungsoptionen unmöglich", klagt der 1965 Geborene, der sich selbst angeblich aufgrund seiner weniger apokalyptischen Thesen wegen bereits einer modernen Art der Hexenverfolgung" ausgesetzt sah.
In einem Wust aus Zahlen erläutert Björn Lomborg, wieso er die in Kyoto beschlossene Kohlenddioxid-Reduzierung für extrem teuer, aber wenig effektiv hält. Auch die Debatten um das Aussterben der Eisbären, mehr Hitzetote und Wassermangel werden von ihm mit seinem Zahlenmaterial als übertrieben abgetan. Da am Ende des Buches ein sehr ausführlicher wissenschaftlicher Anhang ist, ist davon auszugehen, daß er zahlreiche Belege für seine Aussagen hat, zwar hätten die Klimaretter um Al Gore auch ihre wissenschaftlichen Belege", doch im Gegensatz zu diesen, so Lomborg, würde er nicht nur das ihm genehme Zahlenwerk auswerten, sondern alle zur Verfügung stehenden Daten zu Rate ziehen. So schön, so gut, wir müssen ihm vertrauen, aber seine Argumente entbehren nicht einer gewissen Logik: Ich dagegen glaube - mit den allerbesten Absichten -, daß es notwendig ist, unsere Denkweise zumindest auf den Prüfstand zu stellen, bevor wir die größten öffentlichen Ausgaben in der Geschichte der Menschheit beschließen. Wir müssen uns wieder darauf besinnen, daß unser eigentliches Ziel nicht die Verringerung von Treibhausgasen oder der globalen Erwärmung ist, sondern die Verbesserung der Lebensqualität und der Umweltbedingungen ist." Lomborg behauptet sogar, daß auf einer Prioritätenliste Aids, Unterernährung und Malaria mindestens genauso wichtig seien wie Klimaschutz. Ja, er unterstellt sogar, daß man mit dem Geld, das in den Klimaschutz geht, in anderen Bereichen einen viel höheren Nutzen erzielen könnte. Gutes tun statt nur sich gut fühlen, so der Aufruf des Dänen.


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"Der Eisbärenpopulation geht es gut, aber wir sollten die Seedeiche erhöhen und die Anti-Malariaforschung vorantreiben."

Björn Lomborg legt die Fakten über den Klimawandel auf den Tisch wie sie wirklich sind. Alles in dem Buch ist sauber recherchiert und logisch zusammengesetzt und der Autor verschmäht jede reißerische Formulierung über mögliche Schreckensszenarios. Der nüchterne Blick auf die Tatsachen ermöglicht - ohne panische Befürchtungen - über realistische Maßnahmen nachzudenken, die das Los den Menschen verbessern können, die dem Klimawandel besonders ausgesetzt sind/sein werden.
Er will und braucht keine Meinungsmache betreiben, sondern hat die Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur und die Menschen im Fokus und schlägt Maßnahmen vor, die realistischer und kostengünstiger sind als "nur" den CO2-Ausstoß zu vermindern.
Großartiges Buch, flüssig geschrieben, macht Spaß beim Lesen!


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Neuer Ansatz

Lomborgs Ansatz, den aktuellen Aktionismus in Sachen Klimaschutz zu hinterfragen und viel Populismus offen zu legen, ist ein wichtiger Beitrag zur Klimadiskussion. Lomborg negiert nicht die Tatsache, dass der Klimawandel existiert, sondern stößt den Gedanken an, was sinnvoll ist, um ihn zu begegnen. Die Welt steht nicht mehr am absoluten Anfang um dem Klimaproblem zu entgegen zu wirken, im Gegenteil wird an vielen Baustellen auf eine klimafreundliche Entwicklung hingearbeitet. Dieses Ziel ist aber noch in weiter Ferne und seine Erreichung alles andere als sicher. Das Ziel ist gut und richtig, doch kann gerade für Deutschland, als aktuell viel gescholtener Klima-Musterschüler, aus Lomborgs Abhandlung vor allem ein wichtiger Diskussionspunkt abgeleitet werden: Die Effizienz von Klimaschutzmaßnahmen, vor allem ihre Kosteneffizienz, die angesichts vielfältigster globaler Problemlagen, die der Realo Lomborg im einzelnen erläutertert, zu DEM wichtigen Entscheidungkriterium im Klimaschutz werden muss. Klimaschutz muss weitergehen - aber bitte in vernünftiger Art und Weise - Danke Björn Lomborg für diesen Beitrag und das Aufrechterhalten einer ständig notwendigen Diskussion.


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sachlich und gut argumentiert

Ein Buch zu schreiben, dass sich in seinen Folgerungen und Empfehlungen gegen den Mainstream richtet: mutig, sowas verdient Anerkennung! Dieses Buch von B.Lomborg auf jeden Fal!

Durchgehend schlüssig argumentiert macht Lomborg auf so manche Missstände in der derzeitigen Diskussion aufmerksam, durch die Aktivitäten wider den Klimawandel fehlgeleitet sind. In Diskussionen wird einem oft vorgehalten, dass eine solche Meinung doch zynisch wäre, allerdings bin ich Lomborgs Meinung, dass die Frage eher lauten muss was ist zynischer? Aktivität verbreiten, die letztendlich aber nicht den gewünschten Effekt bringt, und die Problematik nur in die Zukunft verschiebt, oder das Ergreifen von Maßnahmen, die zwar gegen den Mainstream sind, aber unterm Strich viel mehr Menschen helfen werden?
M.E. ist die Antwort klar, Handlungsansätze finden sich auf den Seiten dieses Buches.

Vor dem Hintergrund der (glücklicherweise) gegenwärtig wieder etwas offener (wenn uach weit weg von wirklichem Dialog) geführten Diskussion über Ursachen für den Klimawandel, konnte ich mir bem Lesen des Eindruckes nicht erwehren, dass die klare Bekenntnis zu CO2 als einzigem (!) Grund für den Klimawandel, ein politische Schachzug des Autors ist, um in der ideologisch aufgeladenen Debatte Gehör zu finden und nicht sofort als "Klimaketzer" abgetan zu werden. Dafür gibt es einen Punkt Abzug!

Trotzdem ein wichtiges Buch, das hoffentlich dafür sorgt, dass die Debatte um die richtigen Schritte in Richtung Zukunft wieder etwas mehr Ruhe und Gelassenheit einkehrt und nicht durch blinden Aktionismus genwärtig noch offene Türen verschlossen werden.


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Ein exzentrischer Beitrag zur Klimadebatte

Die Klimadebatte verläuft einseitig und zudem geradezu hysterisch, klagt Bjørn Lomborg. Die Teilnehmer neigen zu dramatischen Übertreibungen und radikalen Ansichten. Der dänische Autor setzt dem eine ganz andere Sichtweise entgegen: Alles nicht so schlimm mit dem Klima, wir haben dringendere Probleme. Lomborgs ausgesprochen optimistische Perspektive wird mit Sicherheit polarisieren: Die einen werden sich in ihrer Haltung bestätigt sehen, das ganze Öko-Gedöns nicht so ernst zu nehmen und schön weiter Business as usual zu betreiben auch wenn das gar nicht in Lomborgs Sinn wäre. Die anderen werden nur fassungslos den Kopf schütteln angesichts von Lomborgs ökonomisch-statistischer Kosten-Nutzen-Rechnung, seiner zynischen Aufrechnung der Kälte- gegen die Hitzetoten und der einen, aussterbenden Tierart gegen die andere, überlebende. Aber nicht nur ethisch, auch logisch-methodisch ist Lomborgs Ansatz fragwürdig: Statt den Klimawandel zu stoppen, will der Business-School-Dozent lieber kommende Hungersnöte und um sich greifende Krankheiten bekämpfen und in den Hochwasserschutz investieren ein klarer Fall von Symptom- statt Ursachenbekämpfung. getAbstract empfiehlt das Buch allen, die sich für einen exzentrischen Beitrag zur Klimadebatte interessieren.


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Meinungen: Seite 1, 2, 3



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