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Hampels Fluchten
Michael Kumpfmüller

Fischer (Tb.), Frankfurt, 2002 - 429 Seiten

durchschnittliche Kundenbewertung:basierend auf 12 Bewertungen
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Charmanter Tunichtgut

Ein sympathischer Zeitgenosse ist er ja eigentlich nicht, dieser Heinrich Hampel, doch wirklich böse sein kann man ihm auch nicht. Das gilt auch für diesen Roman von Michael Kumpfmüller: Viele, ineinander geschachtelte Rückblenden, die die chronologisch zuerst stattfindenen Ereignisse ganz zum Schluß enthüllen, erschweren die Orientierung, der Stil wirkt stelltenweise etwas bemüht, schafft aber auch eine intensive Atmosphäre, doch ist die Geschichte des charmanten Tunichtguts Hampel, dieauch gleichzeitig die Geschichte der beiden deutschen Staaten ist, eigentlich ganz mitreißend, so daß man doch bei ihr hängenbleibt und die Buchdeckel am Ende sogar ganz befriedigt schließt.


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Charmanter Tunichtgut

Ein sympathischer Zeitgenosse ist er ja eigentlich nicht, dieser Heinrich Hampel, doch wirklich böse sein kann man ihm auch nicht. Das gilt auch für diesen Roman von Michael Kumpfmüller: Viele, in einander geschachtelte Rückblenden, die die chronologisch zuerst stattfindenen Ereignisse ganz zum Schluß enthülle, erschweren die Orientierung, der Stil wirkt stelltenweise etwas bemüht, schafft aber auch eine intensive Atmosphäre, doch ist die Geschichte des charmanten Tunichtguts Hampel eigentlich ganz mitreißend, so daß man doch bei ihr hängenbleibt und die Buchdeckel am Ende sogar ganz befriedigt schließt.


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Hampels Fluchten

Ein Mann namens Michael Kumpfmüller hat einen Roman geschrieben (Hampels Fluchten), sein Erstlingswerk.
Da wird eine tolle Geschichte erzählt: Ein Mann namens Heinrich Hampel, ein Bettenverkäufer, geht wegen riesiger Schulden von Deutschland West nach Deutschland Ost. Er flieht sozusagen in die falsche Richtung über die Grenze. Er lebte auf großem Fuße in Regensburg und wir lernen in Rückblenden sein Leben kennen. Seine Kriegsjahre, seine Jahre ohne Ausbildung, aber dem Willen zu überleben. Sein Liebesleben, ja das hat er und nicht zu knapp. Seine Erfolge im Bettenhandel hängen mit seinen Möglichkeiten zusammen, mehr zu bieten!
Immer ein Kapitel über Heinrich und sein Leben in der DDR, das voller Reinfälle sein wird, ohne Perspektive, ohne Hoffnung. Eigentlich nur getrieben von dem Wunsch nach Leben und Anerkennung und körperlicher Nähe.
Immer ein Kapitel Rückblende, die immer weiter zurückreicht, bis zum Zeitpunkt des Kennenlernens seiner Eltern und der Schilderung des Lebens in der Zeit der Naziherrschaft. Ein deutscher Bilderbogen über knapp siebzig Jahre wird ausgebreitet. Eine Geschichte über das Leben in diesem Land, das so unverzeihlich schrecklich das Gesicht der Welt im zwanzigsten Jahrhundert geprägt hat.
Ein Scheißleben hat dieser Heinrich Hampel, eine Scheißzeit hat er sich ausgesucht und nichts daraus gemacht! Und am Ende ist er tot, totgesoffen, verlasen und ohne Hoffnung. Ein Hampelmann, dessen Stricke gerissen sind, hängt nur noch hilflos am Haken. Ende.
Kampfmüller schreibt mit einem Druck, er hat einen großen Roman hingeschrieben. Das Buch liest sich mit einem unwahrscheinlichen Zug, es zwingt zum Weiterlesen. Es ist nicht pornographisch, es ist nicht in irgendeiner Weise schmierig. Es ist ein Roman fast aus einem Guß. Am Ende gibt es ein paar kleine Holprigkeiten, als würde Kampfmüller gar nicht aufhören wollen, zu schreiben, zu erzählen. Und der Leser möchte gar nicht aufhören, zu lesen!



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Der Roman als Puzzle

Um es ein wenig überspitzt zu sagen: das Buch wirkt, als hätte man die Tagebucheintragungen eines ganzen Lebens in eine Zentrifuge gesteckt, schön durcheinander gewirbelt und dann nach dem Zufallsprinzip wieder zusammengesetzt. So ist das Puzzle des Schwerenöters Heinrich Hampel und alle seiner Frauen entstanden, ein bunt durcheinander gemixtes Potpourri aus Anekdoten und Affären, bei dem es im Hinblick auf den Protagonisten nur eine Konstante zu geben scheint: seine Unstetheit. Am Anfang ist dieses Konstruktionsprinzip durchaus belebend, weil der Leser seine Nase in jede Passage des Buches hineinstecken kann, ohne der Sorge anheim zu fallen, er könne irgendeinen roten Faden verlieren, weil es diesen roten Faden gar nicht gibt. Spätestens nach einhundert Seiten und mehreren kursorischen Leseproben entsteht allerdings ein ungutes Grundgefühl, denn man merkt: einen Roman, bei dem sich die Figuren und Probleme entwickeln, hat man eigentlich nicht vor sich - eher einen gigantischen Zettelkasten der deutschen Nachkriegsgeschichte, hier und da mehr oder weniger witzig, bei dem die Schauplätze ständig wechseln, die Protagonisten aber irgendwie immer die gleichen bleiben. Ideal für Leute, die nie mehr als dreißig Seiten auf einmal lesen können und dann beim nächstenmahl vergessen, an welcher Stelle des Buches sie das letztenmal stecken geblieben sind.


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Meinungen: Seite 1, 2, 3



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