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Metamorphosen
Ovid, Niklas Holzberg

Artemis & Winkler

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Ein Meisterwerk der Antike

Ovids Metamorphosen sind keine staubtrockene Schullektüre. Sie sind lebendige Weltliteratur, fesseln den Leser und lassen ihn nicht mehr los. Um die 250 Sagen hat der römische Dichter zusammengestellt, in denen es um Verwandlungen geht: Königen wachsen Eselsohren, Menschen entstehen aus Schlamm und Steinen, fiese Seeleute werden zu Delphinen, Nymphen zu Bäumen, mäklige Bauern zu Fröschen ... Jeder wird die eine oder andere Geschichte wiederentdecken, die er schon längst kannte, aber noch nie so kräftig und mitreißend formuliert gelesen hat. Zum Beispiel die Beschreibung des Berggottes Tmolus, der beim musikalischen Wettstreit zwischen Apollo und Pan den Schiedsrichter spielen muss: Damit er besser hören kann, schiebt er sich die Bäume von den Ohren! Oder die Horrorstory von Phaeton, der unbedingt mit dem Sonnenwagen durch den Himmel brausen musste und dabei die Welt in Brand setzt. Oder Narziß und Echo. Oder, oder, oder ... In diesem von Phantasie, Ideen, Witz und gestalterischer Kraft überquellenden Buch findet jeder seine Lieblingsgeschichte. Man kann in den Metamorphosen einfach herumblättern, mal hie, mal da eine Geschichte lesen, ohne dass man vor dem Umfang des Buches Angst haben müßte. Wer Ovid richtig genießen will, wagt sich allerdings mal an den ganzen Text, von vorne bis hinten - dann entdeckt man nämlich erst richtig, wie raffiniert Ovid die einzelnen Geschichten verknüpft und ineinander schachtelt.
Erich Rösch, welcher die Hexameter ins Deutsche übertragen hat, kann sich für seine Leistung selbst auf die Schulter klopfen. Bei der parallelen Betrachtung bestimmter Verse von verschiedenen "Übersetzern" sticht er deutlich hervor.
(der Ausdruck "Übersetzer" ist im Zusammenhang mit einem Werk wie Ovids "Metamorphosen" fast schon eine Herabwürdigung, liegt doch viel eigene Schaffenskraft darin, die Seele des Buches ins deutsche zu übertragen!!)

Um es mit Ovids Worten auszudrücken:
"Iamque opus exegi, quod nec Iovis ira nec ignis

nec poterit ferrum nec edax abolere vetustas."


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Publius Ovidius Naso (43 v. Chr. - 18 n.Chr.) stammte aus einer Ritterfamilie. Er gab die politische Laufbahn zugunsten der Dichtung auf, wurde aber wegen moralisch bedenklichen Einflusses seiner Werke von Augustus im Jahr 8 n. Chr. ans Schwarze Meer verbannt. Bis dahin vom Glück verwöhnt, hat Ovid diesen Sturz nie verwunden und starb verbittert im Exil.



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