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Das Medienhaus. Geschichte und Gegenwart des Bertelsmann-Konzerns
Thomas Lehning

Fink (Wilhelm), 2004 - 348 Seiten

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Ungewollt komisch - Wenn Theoretiker lustwandeln

Das passiert, wenn vergeistigte Moralisten versuchen, sich mit der Realität der Wirtschaft auseinander zu setzen. Lehning schreibt ein nettes und unterhaltsames Buch, das Medienkritikern und an Jounalistenschulen abgelehnte Germanistikstudenten vielleicht zu einem trotzigen und beinahe selbstbewussten "das hab ich doch schon immer gesagt" verführt. Dabei motzt er seine an sich platten Thesen auf mit eingestreuten Motiven aus Soziologie, Philosophie und vermeintlich vorhandenen Einblicken aus der (Werbe-)Wirtschaft. Es gelingt ihm jedoch zu keinem Zeitpunkt zu verbergen, dass er selbst weder über ausreichende Primärquellen bei Bertelsmann noch über irgendwelche Vorstellungen von den Kräften und Entscheidungsdeterminanten in der Medienwirtschaft verfügt. So bleibt sein Buch oberflächlich und gewinnt Tiefe immer nur dann, wenn übersteigert versucht wird, die Intelligenz des Autors vorzugaukeln.
Eine Empfehlung spreche ich dennoch aus für dieses Buch. Jeder Lektor soll es lesen, jeder Trainee in den Medienhäusern der Republik und jeder sich missverstanden fühlende Bohemien - das Buch belustigt, tröstet, bekräftigt und entmystifiziert. Jeder findet das, was er braucht - und so erhält es beinahe eine Metaebene der Kulturkritik.


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Ich habe jetzt ein gutes Bild davon, was Bertelsmann ist!

Ich arbeite als Betriebswirtschaftlerin in einem Medienunternehmen, interessiere mich aber auch privat für die Arbeit der großen Medienkonzerne.
Das Buch hat mich überrascht. Es ist gut aufgebaut und strukturiert, enthält kein allgemeines Blabla. Es ist gespickt mit Daten und Fakten und zieht diese zu lesbarem Stoff zusammen. Deshalb ist es trotz des Materialberges gut lesbar (wenn man die Fußnoten ausblendet) - und an manchen Stellen sogar unterhaltsam. (z.B. der Gruner + Jahr-Teil über Zeitschriften)

Mir hat "Das Medienhaus" einen ganzheitlichen Blick auf einen globalisierten Konzern geliefert - was ich erstaunlich finde! Vielleicht ist das Buch in manchen Teilen etwas deskriptiv - das tut seinem Nutzen keinen Abbruch. Ich möchte die Lektüre sehr empfehlen und fand Sie anregend und spannend! Lesen! :-)


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