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Forschen auf Deutsch: Der Machiavelli für Forscher - und solche die es noch werden wollen
Siegfried Bär

Deutsch (Harri), 2002 - 200 Seiten

durchschnittliche Kundenbewertung:basierend auf 9 Bewertungen
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Insider-Wissen vom allerfeinsten.

Als ich vor mehreren Jahren eine frühere Auflage des Erfolgsbuches in die Hand bekam, war ich so begeistert, daß ich es mehrfach als Geschenk weiterverbreitet habe. Es ist nicht ein Buch für jedermann. Aber wer selbst mehrere Jahre in naturwissenschaftlichen und medizinischen Labors, vor allem aber in der Biochemie und Pharmazie gearbeitet hat oder wenigstens schon mehrere Semester studiert hat, für den ist das Buch eine Offenbarung. Alles, was ihm schon aufgefallen ist, was er heimlich gedacht hat, aber nicht öffentlich auszusprechen wagte, in diesem Buch kann er es wiederfinden. Dabei ist das Buch nicht nur eine stilistisch glänzende Satire. Manche Strukturen sind nun einmal so und lassen sich, angesichts der menschlichen Schwächen und Eigenschaften, nicht so einfach auf den Kopf stellen. Man muß mit ihnen leben und sich darin zurechtfinden. Das Buch ist dabei eine echte Hilfe, auch für den sehr kritischen Kopf. Denn Wissenschaft ist nicht nur ein Erkenntnisprozeß, sondern auch ein sozialer Vorgang. Mit meinen Bekannten habe ich manchmal gefragt, wer wohl der Verfasser des Buches sein könne, der sich aus gutem Grund hinter dem Pseudonym Siegfried Bär versteckt. Denn daß er über einschlägige und ausgezeichnete Fachkenntnisse verfügen muß, darüber waren wir uns alle einig. Inzwischen ist der Name zwar kein Geheimnis mehr und der Mann hat auch ein gutes Buch über „Proteomics" geschrieben, aber an dieser Stelle wird er nicht verraten.


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Deutsche Forschung: Professoren als Eierköpfe

Was einem zuerst entgegenfällt, ist die "Karte": Wie ein nettes Spielchen, so muss man auch an der Uni die Spielregeln kennen, wenn man einigermaßen unbeschadet durch das System marschieren will. Da keine Anleitung für das Spiel, sprich: die Karte beiliegt, erweist sich die Darstellung von Start bis Ziel nur dann als richtig amüsant, wenn man das System "Deutsche Forschung" schon eingermaßen von innen kennt.
Das gilt auch für die Nachvollziehbarkeit der im Buch selbst beschriebenen Situationen und Erfahrungen. Inwieweit das Spiel auf der Karte und die sehr biestig-ironischen Anweisungen im Buch realistisch und hilfreich sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Dennoch wäre das Buch sicherlich auch für all jene hilfreich, die Wissenschaftlern und dem Elfenbeiturm im Allgemeinen noch immer gerne einen Heiligenschein aufsetzen und der Überzeugung sind, hier regieren ausschließlich Weisheit, Gleichberechtigung und reine Leistungsorientierung.
Gleichgültig, was bei dieser Entscheidung zur Nützlichkeit des Buchs zu Tage kommt, muss man den Mut der Autoren bewundern: Glückwunsch dazu, dass jemand im System den Mut hat, das System auseinanderzunehmen!


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Das Lachen bleibt irgendwann im Hals stecken...

Ich liebe dieses Buch.

Vielleicht weil man eben all diese bitterbösen Details leider nur zu sehr als alltägliche Wahrheiten wiederfindet und man sollte stets lieber lachen als weinen. Man könnte es auch als eine gewisse Selbstironie betrachten, denn eben die Tatsache, daß man soviele Details aus dem eigenen Laborarbeitsalltag wiederfindet, eigentlich auch bedeutet, wie sehr man selbst sich gemäß der vorherschenden Regeln benimmt und diese damit natürlich (wenn auch unbeabsichtigt) stärkt.

Ich habe das Buch ehrlich gesagt niemals zu Ende gelesen. Beim Lesen des erten Drittels mußte ich schmunzeln, beim zweiten Drittel blieb mir das Lachen dann im Halse stecken und für den Rest konnte ich mich bisher nicht überwinden. Dies mag auch unter anderen daran liegen, auf welche Stufe der "Karriereleiter" man sich im Moment befindet. Es ist tatsächlich so, daß man dieses Buch erst nach einigen Jahren alltäglicher Laborerfahrung zu schätzen weiß und je weiter man kommt, um so mehr Aspekte erkennt man wieder (ich arbeite mich jetzt auch langsam und sehr, sehr vorsichtig ein Stück weiter ;)).

Zum Schluß aber kann ich nur anmerken, es gibt kein Buch, daß meinen Chef, daß mein Arbeitsumfeld und meinen Umgang mit den Pharmafirmen besser beschreibt als dieses und keines, aus dem ich öfters vorlese, wenn ich gefragt werde, wie es mir denn momentan geht!


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Ein Machiavelli für Forscher - und solche die es noch werden wollen

... so lautet der Untertitel dieses Buches. Das Buch hat bei seinem ersten Erscheinen enormes Aufsehen in der Wissenschaftsgemeinde der Molekularbiologen erregt. Der Autor hatte es unter dem Pseudonym "Siegfried Bär" publiziert und gab in vielen Instituten Vermutungen, wer sich denn wohl dahinter verbergen könnte. Mittlerweile ist das Pseudonym gelüftet, aber das Buch ist - obwohl mittlerweile schon über 10 Jahre alt - immer noch brandaktuell.
Was besonders beeindruckend ist: der Autor erweist sich als wirklicher Insider und Kenner der Materie. Er hat selbst jahrelang an der Labor-"Bench" gestanden, gearbeitet und erfolgreich (!) geforscht.
Seine Analyse der deutschen Forschungslandschaft ist oft maliziös und sarkastisch (dabei stets gut lesbar), und immer von luzider Klarsicht. Der Autor schreibt nicht einfach seinen Ärger von der Seele, sondern der Leser merkt, dass er sich jahrelange intensive Gedanken über Hintergründe und Ursachen gemacht hat und Lösungsmöglichkeiten für die aufgezeigten Missstände anbietet.
Das Buch ist allen zu empfehlen, die eine wissenschaftliche Laufbahn (in der Molekularbiologie im weiteren Sinne) anstreben oder schon verfolgen. Es sind Leser gefragt, die sich etwas kritischen Geist bewahrt haben und Mut und Fantasie, sich eine bessere Welt vorzustellen. So heißt auch das Schlusswort der Einleitung: Die Probleme der deutschen akademischen Forschung sind nicht Geld, mangelnde Begabung oder die fehlende Begeisterung des Nachwuchses, sondern das Patronatswesen, die schlechte Organisation.


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kurzweiliger Lesestoff für den etwas erfahrenen Akademiker

Amüsant sind die Erkenntnisse gerade für Leute die sich schon etwas in der Uni auskennen und so auch schon selbst verschiedene Professoren und Doktoren und ihre Eigenarten kennen. 3-5 Jahre Uni Erfahrung sind sicher nötig, nur dann ist das Buch auch wirklich witzig. Die Zeichnungen haben mich etwas enttäucht, sie sind recht unprofessionell und somit kommt ihr Witz nicht so gut rüber.

Aber wie gesagt: insgesammt recht kurzweilig und amüsant.

(hab 2 Zugfahrten a 4+h für das Buch gebraucht)


Meinungen: Seite 1, 2



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