Der Durchbruch gelang Moore mit den heute schon zu Klassikern gewordenen Serien Swamp Thing und Watchmen. Seine ersten beiden großen Serien waren zuvor bereits im englischen Magazin ?Warrior? erschienen: der Superheldenepos Marvelman (heute Miracleman) und die Dystopie V for Vendetta. Letztere zeichnet ganz in der Tradition George Orwells das Bild eines faschistischen Großbritanniens. Moore schildert in zahlreichen kurzen Kapiteln das Schicksal von Tätern und Opfern in einem totalitären System. Hauptfigur ist der mysteriöse ?V?, der einzige Überlebende von Experimenten an Menschen in einem britischen Konzentrationslager.
Dank Moores poetischer Sprache und der düster-eindrucksvollen Visionen von Zeichner David Lloyd ist V wie Vendetta auch ein Vierteljahrhundert nach dem Erscheinen des ersten Kapitels noch eine packende, nervenaufreibende Lektüre. Die aktuelle Verfilmung durch die Wachowski-Brüder wird dafür sorgen, dass dieser Klassiker der neunten Kunst wieder in den Blick des Lesepublikums gerückt wird. Allerdings hätte man sich gewünscht, dass das für die vorliegende Ausgabe viel zu kleine Lettering überarbeitet wird, und auch die Übersetzung knirscht und rumpelt an vielen Stellen. Doch trotz dieser Kritikpunkte gehört V in jede repräsentative Bibliothek der Literatur des 20. Jahrhunderts. --Felix Darwin