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The Poet
Franz Schubert, Robert Schumann

Deutsche G (Universal), 1991

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Mein Klassiker

Horowitz, einer der größten Pianisten des letzten Jahrhunderts, hat auf dieser CD die Schubert Sonate (Studioaufnahme ca. 1985 Digital) und den Zyklus Kinderszenen von Schuhmann (Live-Aufnahme 1987 Wien) veröffentlicht. Die Aufnahme der Schubert Sonate gehört zu meinen Lieblingsaufnahmen von Horowitz, da er hier mit kongenialer Musikinterpretation den Tiefsinn dieser Sonate zur vollendeten Wirkung bringt. Im ersten, sehr gesanglichen Satz der Sonate erscheint das erste Melodie Thema immer wieder in unterschiedlichen Färbungen und harmonischen Beleuchtungen. Dieses gesangliche Thema ist unterbrochen durch ein drängendes Stakkato-Klopfen der linken Hand, das Horowitz so eindringlich darstellt, dass man es zwanglos als das Anklopfen der Musik an unsere Seele verstehen kann. Es gelingt Horowitz, was bei den manchmal sperrigen Schubert Sonaten nicht selbstverständlich ist: es gelingt ihm, den Zuhörer zu berühren. Im übrigen ist die Aufnahme nicht übertrieben langsam oder gefühlig (ein Aufnahme von S. Richter dauert z.B. bedeutend länger), es entwickeln sich auch im zweiten und dritten Satz musikalische Höhepunkte, die Horowitz mit exzellenten Kunstverstand meistert.
Der zweite Teil der CD - der berühmte ?Kinderszenen" Zyklus von Robert Schuhmann gehört unter den Händen eines Horowitz gewiss zu den Sternstunden der Klavier-Musik. Er versteht es hervorragend jedem dieser Miniaturen seinen eigenen urtümlichen Charakter zu geben. Besonders hervorheben muss man das Stück ?Träumerei", das er formvollendet mit sicheren romantischen Instinkt wiedergibt. In Horowitz letzten Moskauer Konzert in welchem er ebenfalls die ?Träumerei" darbot, hat man im Fernsehen Zuhörer vor Rührung weinen sehen - ein Höhepunkt verwirklichter romantischer Intention und ein Höhepunkt romantischer Interpretation. Ich persönlich finde die vorliegende Aufnahme jedoch besser als die Aufnahme im Moskauer Konzert, da mir dort die Musik etwas zu gefühlig, zu übertrieben ?russisch" vorkommt. Selbstverständlich handelt es sich nur um Nuancen die jeder selbst beurteilen soll. Ebenfalls herausragend: ?Der Dichter spricht", das letzte Stück des Zyklus. Hier kommt das zur Geltung, was wohl auch zu dem Titel der CD inspiriert hat: Mit großer eindringlicher Geste spricht der Musik-Dichter und Poet Horowitz über sein Klavier zu uns, und: jeder versteht zwanglos was er uns zu sagen hat.

Die Zusammenstellung der CD finde ich etwas unglücklich, da zwei musikalische Schwergewichte von unterschiedlichen Komponisten noch dazu in unterschiedlicher Aufnahme Qualität (Studio/Live) vereinigt wurden. Warum konnte man nicht die im Booklet erwähnten weiteren Schubert Stücke für diese CD verwenden und so eine reine Schubert CD gestalten? Lediglich der Titel der CD rechtfertigt die vorliegenden Stücke gemeinsam auf eine CD zu pressen. Aber trotzdem sind beide Teile großartige Dokumente Klavier Interpretationskunst des letzten Jahrhunderts, die in keiner Klassik Musik Sammlung fehlen dürfen. Für Nichtsammler und Genusshörer ist vor allem der erste Teil der CD z.B. als Sonntagsfrühstück-Musik zu empfehlen, da der ruhige, unaufdringliche und edle Ton der Schubert Sonate das Frühstück genussvoll in die Länge zieht.


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Tracks
1. Molto moderato | 2. Andante sostenuto | 3. Scherzo. Allegro vivace con delicatezza | 4. Allegro ma non troppo | Von fremden Ländern und Menschen | Kuriose Geschichte | Haschemann | Bittendes Kind | Glückes genug | Wichtige Begebenheit | Träumerei | Am Kamin | Ritter vom Steckenpferd | Fast zu ernst | Fürchtenmachen | Kind im Einschlummern | Der Dichter spricht





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