Klassische Musik:
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Subbotnik - Oktoberklub International
Ernst Busch
,
Fred Krüger
Barbarossa (edel), 2005
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Klassenkampf mit Klampfe und Klasse - und mehr!
Martialisch präsentiert das Cover den Bolschewiken mit blutrotem Wams und Budjonny-Mütze in ?I want you for army?-Geste, ?
Subbotnik
? nennt sich der Tonträger, nach dem Begriff der ungeliebten ?freiwilligen? Samstag-Arbeitseinsätze in der SU und später in der DDR ? bietet diese CD unsägliche verordnete Agitpropgesänge?
Der Liedpoet Wenzel, der Liebedienerei realsozialistischer Kulturpolitik sicherlich unverdächtig, kommentiert im Begleitheft: ?Hüten wir uns . . . vor schnellen, gängig-griffigen Bewertungen, ideologischen Vor- und Nachurteilen . . . Denn was wir zu kennen glauben, verschließen wir unserem Interesse.?
Wirft man einen Blick auf die Titel der CD, so fällt einem die bunte Mischung auf: das freche ?Ca ira? stammt noch aus den Tagen der Französischen Revolution von 1789, ?Da geht ein Kämpfer? stammt aus Griechenland, ?Helle Wasser, dunkle Wälder? aus Finnland, das dramatische ?Hasta siempre commandante? besingt Che Guevara . Gar nicht kämpferisch erklingen die schottische ?Taube? und ?Lowlands?, ebensowenig das russische ?Kolokoltschik? (nicht das schon zum Überdruß auf unzähligen Tonträgern mit russischer Folklore bemühte Traditional, sondern ein sehr schönes kaum bekanntes Liebeslied).
Mehr Pathos wird in ?Budjonnys Reiterlied? gelegt, das die Tage des blutigen Bürgerkriegs beschwört; auch wenn die Friedenswacht der Sowjetarmee besungen wird, fehlt sinnbildlich nicht das entschlossen vorgestreckte Kinn der
Oktoberklub
ler; umso trefflicher lassen sich die Lieder mitschmettern, wenn man erstmal den Text draufhat! Den belehrenden Zeigefinger erspart uns nicht ?Nach dieser Erde?, nun ja. ?Theaterposen manchmal, Kostüme, um über die bornierte Realität hinwegzukommen. Die löbliche Absicht steht außer Frage. Auch wenn einige neuerliche Geschichtsforscher gern den Beweis hätten, daß in der DDR nur unter Zwang und Folter gesungen wurde!?, meint Wenzel, und hofft, dass dereinst die Enkelkinder beim Anhören dieser Aufnahmen sagen werden: ?Erstaunlich, wie wenig egoistisch diese Leute damals waren!? Eigentlich ist zu hoffen, dass sie´s nicht sagen. Sondern den gleichen Idealismus an den Tag legen.
Das bekannte ?Bürgerlied? aus dem Vormärz, hier in einer neckisch erneuerten Version (?ob uns Brüste vorne schmücken oder ob wir gern sie drücken, das tut nichts dazu?), ist in seinem Appell an den Gemeinsinn gerade heute aktueller denn je.
Oktoberklub, das ist mehr als DDR-Musikgeschichte. Das ist Musik, die man immer noch hören, genießen, mitsingen kann.
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Tracks
Bürgerlied 79 | Kolokoltschik | Helle Wasser, dunkle Wälder | Die Taube | Lowlands | Pflanzen und Ernten (Masters Of War) | Hombro Con Hombro | Hasta Siempre Commandante | Bulgarisches Partisanenlied | Die Herren Generale | Ca Ira - Ah, das geht ran | Bandiera Rossa | Es ziehn die Söhne los | Budjonny Reiterlied | Da geht ein Kämpfer | Nach dieser Erde | Ho Chi Minh | Oscar Arnulfo Romero | Die Moorsoldaten | An alle
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