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Schubert, Brahms, Schumann - Lieder
Vesselina Kasarova, Friedrich Haider, ...

Rca Red S. (Sony BMG), 2000

durchschnittliche Kundenbewertung:basierend auf 3 Bewertungen
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Wunderbar!

'Musik ist eine lebende Kunst', dieses Klischee wird von Sängern oft und gerne wiederholt. Doch obwohl sich viele Vokalisten bemühen, dem Gesungenen auch Leben einzuhauchen, gelingt eine Umsetzung dieses Mottos nur sehr wenigen. Kunstlieder werden üblicherweise so gesungen, als ob es sich um schöne Gemälde handelt, die man nur aus einer gewissen Distanz betrachten und bewundern darf. Gewandtere Liedsänger verwenden dabei die etwas lebendigeren Farben. Wenn Ihnen aber der bulgarisch-schweizerische Mezzosopran Vesselina Kasarova ein Begriff ist, dann wissen Sie, dass der Zugang dieser Vokalistin keinesfalls herkömmlich ist. Ihr eingetragener Beruf lautet zwar Opernsängerin, doch wenn man ihr zuhört, schwindet jegliche Distanz. Ihr Gesang gleicht der Erzählung persönlicher Erlebnisse. Man betrachtet keine Gemälde an der Wand, sondern wird von Kasarova auf einer Reise durch die Szenerien der Bilder begleitet.

Der Vortrag eines jeden Liedes wirkt derart persönlich und vertraut, dass mich diese CD jedes Mal in eine rustikale Blockhütte bei sternenklarer Waldnacht versetzt. Es gibt kaum etwas Gemütlicheres, als sich nach dem Abendessen vor dem prasselnden Kamin auszustrecken und einer weit gereisten Kusine zuzuhören, die voller Begeisterung von ihren vielen Abenteuern erzählt (22 an der Zahl). So viel ich weiß, sind alle Geschichten erfunden, doch das ist mir ganz egal. Ich fühle mich wieder jung, wenn meine Jugenderinnerung an die ersten Erzählungen am Kamin so intensiv zum Leben erweckt wird.

Diese Sängerin hat bei der Darstellung unterschiedlicher Stimmungen wahrlich ein goldenes Händchen. Sie klingt nie als würde sie bewusst phrasieren, um dem Zuhörer eine bestimmte Emotion zu vermitteln. Vielmehr sind ihre eigene Begeisterung, Leidenschaft, Unschuld (oder deren Gegenteil) und Melancholie dermaßen natürlich und ansteckend, dass sie nicht einmal des Deutschen mächtig sein muss, um ihren Geschichten Authentizität zu verleihen.

Im Gegensatz zum Französischen ist ihre Aussprache des Deutschen klar und ohne schlampige Silben. Diese wunderbar ausdrucksstarke Stimme ist für das Singen in dieser Sprache wie geschaffen. Der Klang ist dunkles Burgunderrot, das in allen Lagen ihres erstaunlich großen Stimmumfangs gleichmäßig ertönt. Glanzvolle und gelöste Höhen, sinnlich runde und strukturierte Mitten und an Kirschholz gemahnende, volle Tiefen zeichnen diese Aufnahme aus. Der rauchige Brustton, den sie beim Operngesang oft einsetzt, bleibt hier aus. Der beeindruckend feinfühlige Pianist Friedrich Haider präsentiert sich hier als geübter Komplize, der Frau Kasarovas Fest der Geschichten gekonnt mitträgt. Sowohl musikalisch als auch in punkto Interpretation harmonieren beide perfekt und keiner versucht den anderen in seinen Schatten zu stellen. Von der ansteckend eindringlichen 'Fischerweise' über das beschwörende 'Im Abendrot', das freche 'Der Wanderer an der Mond, 'das vielschichtige Minidrama 'Von Ewiger Liebe bis zum jugendlich anmutenden 'Aufträge' das Gute an einer CD im Vergleich zu einem Konzertbesuch sind die vielen Zugaben, die man sich gönnen darf.
Das Album wurde mit viel Gefühl zusammengestellt. Es folgt keinem einheitlichen Thema die Auswahl der Stücke orientiert sich eher nach musikalischen Gesichtspunkten. Keine drei Lieder in Folge haben ein ähnliches Tempo oder Leitmotiv und immer genug Kontrast, um meine Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten und insgesamt den musikalischen Fluss nicht zu stören. Diese CD hat mich in einen solchen Traumzustand versetzt, dass Lied Nr. 22 überraschend früh erklingt. Im Nu vergeht die Zeit, wenn man gut unterhalten wird.

Wenn ich etwas kritisieren darf, dann die Tatsache, dass das Aufnahmemikrofon zu nahe an Frau Kasarova platziert wurde, sodass sie zeitweilig klingt, als würde sie direkt in die Ohren des Zuhörers singen. Die CD wird dadurch keinesfalls ruiniert (ich denke sogar, dass das Hörerlebnis zusätzlich an Intimität gewinnt), doch Zuhörer mit sehr empfindlichem Gehör könnten diese Aufnahmetechnik als störend empfinden.


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Lieder,gesungen mit Herz und Seele

Eine perfekte Gesangsleistung von Vesselina Kasarova,die die Lieder von Schubert,Brahms und Schumann mit solch einer Intensität und sprachlichen Vollkommenheit darbietet.Es macht Freude die Vielfalt und Ausdrucksstärke der deutschen Sprache (wieder)zu entdecken,wobei ich das Gefühl habe,daß für Vesselina Kasarova eher die deutsche Sprache die Muttersprache ist.Ich habe jedenfalls durch diese CD einen Zugang zu diesen wunderbaren Kunstliedern gefunden.






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Vorsicht Suchtgefahr!

Man kann süchtig werden nach dieser Stimme: Vesselina Kasarovas Mezzo scheint in den letzten Jahren noch schöner geworden zu sein. Sie singt auf dieser CD Lieber von Schubert, Brahms und Schumann, singt mühelos und mit einem Farbenreichtum in der Stimme, der seinesgleichen sucht. Gemeinsam mit Friedrich Haider am Piano entwickelt sie mittels raffinierter Temporückungen, überraschenden Zäsuren und einer phantasievollen Phrasierung sehr persönliche und eingenständige Versionen der Lieder. Unbedingt zu empfehlen!


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Mit einem bunten Programm aus Liedern von Franz Schubert, Johannes Brahms und Robert Schumann debütiert die ungarische Mezzosopranistin Vesselina Kasarova auf dem heiklen Parkett des deutschen Kunstlieds, am Klavier unterstützt von Friedrich Haider, bisher vor allem als Dirigent auf dem CD-Markt präsent.

Geniales findet sich direkt neben Groteskem, Atemberaubendes neben Ärgerlichem auf dieser bemerkenswerten CD. Kasarova verfügt, daran ist nicht im Mindesten zu zweifeln, über ein absolut außergewöhnliches Stimmmaterial. Vor allem in der höheren Lage vermag sie damit auf berückende Art zu zaubern, etwa in Franz Schuberts Romanze oder in Johannes Brahms' Feldeinsamkeit. Dabei ist ihre Intonation allerdings oft etwas gefährdet. Berühren die Kantilenen auch tiefere Lagen, benutzt Kasarova recht ungeniert ein etwas matronenhaftes Brustregister, mit dem sie auch höhere Töne gern "angluckst". Vor allem in den Liedern Schuberts, wo Poesie und Musik sich in einzigartiger Weise verbinden, kommen Mängel in der Beherrschung der deutschen Sprache zum Tragen: Vokalfärbungen stimmen nicht, die Gestaltung bestimmter Worte zum Beispiel in der Fischerweise oder in Im Frühling grenzt ans Kuriose, weil die Kenntnis der im Deutschen zur Verfügung stehenden Nuancen nicht vorhanden ist. Wo waren da der mit Gesang erfahrene Friedrich Haider, wo das Aufnahmeteam? Viele unfreiwillig komische Effekte hätten sicher verhindert werden können.

Zu den genannten Eigentümlichkeiten des Gesangs, die auch unsinnige Atemzäsuren und manche Freiheit im Umgang mit dem Notentext einschließen, kommt das sonderbare Klavierspiel Friedrich Haiders, das in Überartikulation, dauerndem Verzögern und Buchstabieren zu Ersticken droht. Trotz all dieser Ärgernisse jedoch muss diese CD entschieden empfohlen werden, denn das, was sie für die Zukunft verspricht und im Versprechen bereits bietet, überwiegt als Gesamteindruck alle Mängel im Detail. Über weite Strecken vermag Kasarova Spannung aufzubauen, die sich schließlich in herrlich kraftvollen, eruptiven Spitzentönen entlädt. Von dieser Fähigkeit und von der zwischendurch immer wieder aufblitzenden, fast hysterischen Unruhe, die den finalen Ausbruch ankündigt, lebt Schumanns Rose, Meer und Sonne oder Brahms Von ewiger Liebe. Zauberhaft bietet Kasarova Schumanns Aufträge dar, und Brahms' O liebliche Wangen strotzt vor jugendlicher Kraft und Freude an den Möglichkeiten der eigenen Stimme. Wenn es der Sängerin gelingt, sich sprachlich und stilistisch deutlich zu verbessern, wird sie den Liedgesang in Zukunft mit ihrer einzigartigen Stimme entscheidend bereichern können. --Michael Wersin


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Tracks
Fischerweise (Den Fischer fechten Sorgen) op. 96 Nr. 4 D 881 | Der Jüngling an der Quelle (Leise rieselnder Quell) D 300 | Der Wanderer an den Mond (Ich auf der Erd, am Himmel du) D 870 | Im Abendrot (O wie schön ist deine Welt) D 799 | Nacht und Träume (Heil'ge Nacht, du sinkest nieder) op. 43 Nr. 2 D 827 | Nr. 3 Romanze (Der Vollmond strahlt auf Bergeshöhn) D 797,3 | Im Frühling (Still sitz ich an des Hügels Hang) D 882 | Ständchen (Horch, die Lerch im Ätherblau) D 889 | An mein Herz (O Herz, sei endlich stille) D 860 | Auf dem Wasser zu singen (Mitten im Schimmer der spiegelnden Wellen) op. 72 D 774 | Nr. 2 Der Frühling | Nr. 2 Feldeinsamkeit (Ich ruhe still im hohen grünen Gras) | Nr. 2 Lerchengesang | Nr. 4 Meerfahrt (Mein Liebchen, wir saßen beisammen) | Nr. 1 Von ewiger Liebe (Dunkel, wie dunkel in Wald und in Feld) | Nr. 4 O liebliche Wangen | Nr. 4 Erstes Grün (Du junges Grün, du frisches Gras!) | Nr. 3 Der Nußbaum (Es grünet ein Nußbaum vor dem Haus) | Nr. 1 Sonntags am Rhein (Des Sonntags in der Morgenstund) | Nr. 9 Rose, Meer und Sonne sind ein Bild der Liebsten mein | Nr. 1 Widmung (Du meine Seele, du mein Herz) | Nr. 5 Aufträge (Nicht so schnelle)



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