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Ariadne auf Naxos (Ga)
Deborah Voigt, Natalie Dessay, ...

Deutsche G (Universal), 2001

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"Zerbinetta auf Naxos"

Richard Strauss hat mit dieser Oper eine Kostbarkeit des Musiktheaters geschaffen. Sein kammermusikalischer Opernstil erreicht in "Ariadne auf Naxos" seinen Höhepunkt: Musikdramatische Verdichtung und barocke Transparenz wechseln einander ab und ergänzen sich zu einem Werk mit großer Wahrhaftigkeit und Schönheit.
In G.Sinopoli hat diese Oper einen würdigen Interpreten gefunden. Er lotet alle Dimensionen, Schattierungen und Melodien aus und erweckt diese zum Leben. Die Staatskapelle Dresden ist als Strauss-Interpret erstklassig und technisch brilliant. Dirigent und Orchester erreichen dabei eine verblüffende Detailgenauigkeit.
Das Solistenensemble agiert homogen und singt ausgenommen gut. Die vielen kleineren Partien sind hervorragend besetzt.
Deborah Voigt und Ben Heppner sind ein Paar von vokaler Opulenz und Strahlkraft. Debroah Voigt kann einen kraftvollen Sopran ins Felde führen und phrasiert sehr elegant ihre Partie der Ariadne. Ben Heppner ist stimmlich und gestalterisch eine Idealbesetzung der schweren Bacchus-Rolle. Sein Portrait ist mit Sicherheit eines der besten dieser Partie!
Anne Sophie von Otter kann zwar nicht eine Christa Ludwig oder Irmgard Seefried, in der Rolle des Komponisten, ganz vergessen machen, aber ihr gleißender Mezzosopran ist betörend und ihre Interpretation ist überzeugend.
Der Höhepunkt der Aufnahme ist allerdings die Zerbinetta der Natalie Dessay. Nur selten hat man einen so brillianten und bravourösen Vokalismus in dieser Partie gehört. Natalie Dessay zeichnet ein treffliches Bild der kapriziösen Zerbinetta.
Die gesangliche "Tour de Force" der großen Arie meistert sie ohne Probleme. Im Gegenteil: Sie kann den extremen Koloraturen Ausdruck verleihen und kann mit ihnen spielen und variieren. Dabei zieht sie alle Register der Gesangskunst (Triller,Staccatti,Pianissimi,Melismen,Spitzentöne...). Mit dieser Interpretation reiht sich Natalie Dessay würdig in die Runde der großen Zerbinettas ein. Und bei großen Vorgängerinnen wie Erna Berger, Rita Streich, Edita Gruberova oder Hilde Gueden ist diese Tatsache eine enorme Leistung.
Albert Dohmen präsentiert einen wohltönenden und prägnanten Bariton.
Wehmutstropfen der Aufnahme: Die Diktion der deutschen Sprache und die Wortverständlichkeit ist teilweise unzureichend, wenn man die überragende Karajan-Einspielung mit Schwarzkopf, Schock, Prey, Streich und Seefried zum Vergleich heranzieht.
Trotzdem ist diese "Ariadne auf Naxos" eine gleichwertige Alternative zu den Refrenz-Gesamtaufnahmen von Karl Böhm, Kurt Masur oder Herbert von Karajan.


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Ein zauberhafter Einfall und eine komplizierte Entstehungsgeschichte: So stellt sich Richard Straussens Ariadne auf Naxos dar. Als spartenübergreifendes "Festspiel" mit Schauspiel, Oper, Ballett und Instrumentalmusik hatte der Regisseur Max Reinhardt das Werk im Sinn, in dem ein Hausherr den Gästen seiner Party ein Schauspiel und eine Oper zugleich bieten möchte. Straussens Librettist Hugo von Hofmannsthal wiederum wünschte eine "Dreißig-Minuten-Oper für Kammerorchester, benannt 'Ariadne auf Naxos', gemischt von heroisch-mythologischen Figuren im Kostüm des 18. Jahrhunderts in Reifröcken und Straußfedern und aus Figuren der Commedia dell'Arte, welche ein mit dem Heroischen fortwährend vermischtes Buffoelement tragen." An die zeitliche Vorgabe konnte und wollte Strauss sich nicht halten; er hatte Spaß an seinem "Öperchen" gefunden. Das sollte sich rächen: Überlänge und die überreiche Fülle an Einfällen verstörten das Publikum bei der Uraufführung 1912 in Stuttgart. Strauss meinte dazu, dass "ein Publikum, das ins Schauspielhaus geht, keine Oper hören will und umgekehrt" und führte das Fiasko darauf zurück, dass "man für den hübschen 'Zwitter' kein kulturelles Verständnis" hätte. Erst die Umarbeitung verschaffte der Oper 1916 einen stärkeren Zuspruch; dennoch blieb sie ein Werk für Kenner und Liebhaber.

Richard Straussens Ariadne auf Naxos ist eines der letzten Werke, das Giuseppe Sinopoli (1946-2001) vor seinem überraschenden Tod aufgenommen hat; ein musikalisches Kammerspiel, das wie geschaffen für sein feingeistiges, strukturell orientiertes musikalisches Denken ist. Souverän vollbringt er den Balanceakt, dem Werk seinen intimen Charakter zu bewahren, ohne der Musik ihre harmonische Würze und reizvollen wie artifiziellen (Bühnen)-Wirkungen zu nehmen. Die ungemein schweren und anspruchsvollen Rollen vertraut er einem großem Star-Apparat an: Natalie Dessay glänzt in den barocken Bravour-Gesangsnummern mitsamt halsbrecherischen Kadenzen der Zerbinetta, wenngleich sie Edita Gruberovas Paraderolle nicht mit solchem Leben füllen kann, wie diese einst. Deborah Voigt gibt eine überzeugende Ariadne ab und auch die derzeit im Hinblick auf ihr Repertoire viel verwendbare Anne Sofie von Otter strahlt mit großer Stimme in der Rolle des Komponisten. Ben Heppner lässt seine Partie nicht zur Brüll-Orgie verkommen, wie manch einer seiner Kollegen. Ausgezeichnete Wortverständlichkeit bei fast allen Solisten, auserlesene Klangqualität. --Teresa Pieschacón Raphael


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Tracks
Orchestereinleitung (Vorspiel) | Mein Herr Haushofmeister! (Vorspiel) | Du allmächtiger Gott! (Vorspiel) | Hat der Herr leicht ein Stückerl Schreibpapier? (Vorspiel) | Ist schon geschehn. Wir sind bereit (Vorspiel) | Nein, Herr, so kommt es nicht (Vorspiel) | Ein Augenblick ist wenig (Vorspiel) | Sein wir wieder gut. - Musik ist eine heilige Kunst (Vorspiel) | Ouvertüre (Oper) | Schläft sie? (Oper) | Ach! Wo war ich? Tot? (Oper) | Ein Schönes war: hieß Theseus - Ariadne (Oper) | Lieben, Hassen, Hoffen, Zagen (Oper) | Es gibt ein Reich, wo alles rein ist (Oper) | Die Dame gibt mir trübem Sinn (Oper) | Großmächtige Prinzessin (Oper) | Hübsch gepredigt! Aber tauben Ohren! (Oper) | Ein schönes Wunder! (Oper) | Circe, kannst du mich hören? (Oper) | Theseus! Nein! nein! Es ist der schöne stille Gott (Oper) | Das waren Zauberworte! (Oper) | Gibt es kein Hinüber? (Oper)





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