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Water Passion After St.Matthew
Tan Dun

Scl (Sony BMG), 2003

durchschnittliche Kundenbewertung:basierend auf 4 Bewertungen
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Umbedingt zu empfehlen

Für alle, die sich nur ein bisschen für Musik interessieren (und für alle andere auch), unbedingt empfehlenswert. Ein umwerfender Einstieg in die Musik von Tan Dun, der einer der größten - wenn nicht der größte - Komponisten unserer Zeit ist.
Fünf Sterne scheinen mir zu wenig, um diese CD zu bewerten.


Kurze Berichtigung...

Ich muss mich hier selbst berichtigen: Tan Dun ist nicht japanischer, sondern natürlich chinesischer Abstammung und lebt in New York.

Weiterhin viel Spaß beim Anhören!






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DIE Matthäuspassion des 21. Jahrhunderts

Allein schon der Gedanke, dass der Komponist sich an eine Passionsvertonung nach Matthäus gewagt hat, jagt einem einen Schauer über den Rücken. Sich mit einem der großartigsten Werke der gesamten abendländischen Musikgeschichte vom größten abendländischen Komponisten, will sagen: der Matthäuspassion von Bach messen zu müssen, ist keinem zeitgenössischen Komponisten zu gönnen. Der japanisch-amerikanische Tan Dun hat diese Bürde auf sich genommen.

Klar ist, dass eine Matthäuspassion, soll sie ein eigenständiges, aktuelles und überzeugendes Werk sein, eine ganz individuelle Tonsprache haben muss. Nach selbiger hat Tan Dun recht lange geforscht.
Sein Stil setzt sich aus vier Hauptrichtungen zusammen.
1) Europäisch-amerikanische Musiktradition
2) Fernöstliche Klänge (Pentatonik, meditative Musik, Ostinati usw.
3) Klangschichtungen, -ballungen, -teppiche & Cluster
4) Erforschung der Klangfarben der Natur und ihre jeweiligen "Instrumente".

Aus diesen vier Sparten konstruiert Tan Dun eine Tonsprache, die mich sofort überzeugt hat. Der obskure Titel "Water Passion" erklärt sich aus zwei Dingen, die kunstvoll und symbolisch miteinander verknüpft sind.
Erstens setzt Tan Dun nicht nur herkömmliche Instrumente ein. Das "Orchester" wird durch umfangreiches Schlagzeug ergänzt, und dieses wiederum z.B. durch Wasserschalen - und Wasser ist ja schließlich auf viele verschiedene Weisen zum "Klingen" zu bringen. Das reicht vom leisen Plätschern als Klangteppich bis hin zu der Technik, dass man einen Zylinder halb in die Wasserschale hält und mit der Hand oder einem Schlegel auf seinen Kopf schlägt. Es ergeben sich hochinteressante und atmosphärische Klangkaskaden.
Warum aber diese außergewöhnliche Instrumentation? Hier kommt der zweite, eigentlich elementare Punkt ins Spiel. Tan Dun hält sich zwar weitgehend an den Matthäustext, behält sich aber offenen Raum für eine eigene Interpretation. Er siedelt den eigentlichen Beginn der Passionsgeschichte wesentlich früher an, als dies beispielsweise Bach tut, nämlich: bei der Taufe Jesu. Und plötzlich zieht sich EIN Element wie ein roter Faden durch die Passion - es ist das Wasser, und Tan Dun verdeutlicht dies.

Wie denn Tan Duns Musik nun genau klingt, ist kaum zu beschreiben. Sie ist in einer Weise radikal, hypnotisch, bewegend und fantasievoll, die so ganz anders ist als die Musik eines Arvo Pärt, auf den all diese Attribute schließlich auch zutreffen. Ich habe die Water Passion after St. Matthew bei ihrer Uraufführung im Fernsehen gesehen. Daran, dass Passionsmusik dieser Größe und Schönheit nach Bach noch möglich sein könnte, hatte ich gezweifelt - ich wurde von ihr überwältigt. Zumal Wege beschritten werden, die die "Neue Musik" aus ihrer Versenkung herausholen könnte, in die sie durch die selbstverschuldeten Stigmata, emotionslos, mathematisch berechnet und unzugänglich zu sein, hineingeraten ist. Von Tan Dun, da bin ich mir sicher, werden wir noch viel hören.


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DIE Matthäuspassion des 21. Jahrhunderts

Allein schon der Gedanke, dass der Komponist sich an eine Passionsvertonung nach Matthäus gewagt hat, jagt einem einen Schauer über den Rücken. Sich mit einem der großartigsten Werke der gesamten abendländischen Musikgeschichte vom größten abendländischen Komponisten, will sagen: der Matthäuspassion von Bach messen zu müssen, ist keinem zeitgenössischen Komponisten zu gönnen. Der japanisch-amerikanische Tan Dun hat diese Bürde auf sich genommen.

Klar ist, dass eine Matthäuspassion, soll sie ein eigenständiges, aktuelles und überzeugendes Werk sein, eine ganz individuelle Tonsprache haben muss. Nach selbiger hat Tan Dun recht lange geforscht.
Sein Stil setzt sich aus vier Hauptrichtungen zusammen.
1) Europäisch-amerikanische Musiktradition
2) Fernöstliche Klänge (Pentatonik, meditative Musik, Ostinati usw.
3) Klangschichtungen, -ballungen, -teppiche & Cluster
4) Erforschung der Klangfarben der Natur und ihre jeweiligen "Instrumente".

Aus diesen vier Sparten konstruiert Tan Dun eine Tonsprache, die mich sofort überzeugt hat. Der obskure Titel "Water Passion" erklärt sich aus zwei Dingen, die kunstvoll und symbolisch miteinander verknüpft sind.
Erstens setzt Tan Dun nicht nur herkömmliche Instrumente ein. Das "Orchester" wird durch umfangreiches Schlagzeug ergänzt, und dieses wiederum z.B. durch Wasserschalen - und Wasser ist ja schließlich auf viele verschiedene Weisen zum "Klingen" zu bringen. Das reicht vom leisen Plätschern als Klangteppich bis hin zu der Technik, dass man einen Zylinder halb in die Wasserschale hält und mit der Hand oder einem Schlegel auf seinen Kopf schlägt. Es ergeben sich hochinteressante und atmosphärische Klangkaskaden.
Warum aber diese außergewöhnliche Instrumentation? Hier kommt der zweite, eigentlich elementare Punkt ins Spiel. Tan Dun hält sich zwar weitgehend an den Matthäustext, behält sich aber offenen Raum für eine eigene Interpretation. Er siedelt den eigentlichen Beginn der Passionsgeschichte wesentlich früher an, als dies beispielsweise Bach tut, nämlich: bei der Taufe Jesu. Und plötzlich zieht sich EIN Element wie ein roter Faden durch die Passion - es ist das Wasser, und Tan Dun verdeutlicht dies.

Wie denn Tan Duns Musik nun genau klingt, ist kaum zu beschreiben. Sie ist in einer Weise radikal, hypnotisch, bewegend und fantasievoll, die so ganz anders ist als die Musik eines Arvo Pärt, auf den all diese Attribute schließlich auch zutreffen. Ich habe die Water Passion after St. Matthew bei ihrer Uraufführung im Fernsehen gesehen. Daran, dass Passionsmusik dieser Größe und Schönheit nach Bach noch möglich sein könnte, hatte ich gezweifelt - ich wurde von ihr überwältigt. Zumal Wege beschritten werden, die die "Neue Musik" aus ihrer Versenkung herausholen könnten, in die sie durch die selbstverschuldeten Stigmata, emotionslos, mathematisch berechnet und unzugänglich zu sein, hineingeraten ist. Von Tan Dun, da bin ich mir sicher, werden wir noch viel hören.


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Tracks
Baptism | Temptations | Last Supper | Water Cadenza | In The Garden Of Gethsemane | Stone Song | Give Us Barabbas! | Death and Earthquake | Water and Resurrection



passion

Lieder Ohne Worte (Bach-Transkriptionen für Oboe und Orchester)
Johannes-Passion (Gesamtaufnahme)
The Essential Bach (36 Of His Greatest Masterpieces)
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