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Fitzcarraldo - SZ-Cinemathek
Klaus Kinski, José Lewgoy

Süddeutsche Zeitung GmbH, 2005

durchschnittliche Kundenbewertung:basierend auf 4 Bewertungen
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Fitzcarraldo, ein liebenswerter Träumer mit vielen Ideen!

Manaus ist die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas in Brasilien. Der Ort liegt am Rio Negro. Dieser Fluss mündet in den Amazonas.
Zu Ende des vorletzten Jahrhunderts wurde die Stadt aufgrund des Kautschukbooms, der von 1890-1915 andauerte, sehr reich. Man erbaute 1896 sogar ein Opernhaus. Das war eine Sensation, die für interessanten Gesprächsstoff in den gebildeten Schichten jener Zeit sorgte.

Werner Herzog, der Drehbuchautor und Regisseur des vorliegenden Films lässt in der ersten Szene den damaligen Operstar Enrico Caruso in diesem Opernhaus singen.
Der Protagonist Fitzcarraldo ( Klaus Kinski), ein glühender Verehrer von Verdi-Opern, ist mit seiner Geliebten( Claudia Cardinale) - einer Bordellbesitzerin - aus Iquitos angereist, einem Ort , der in jenen Tagen primär aus Bretterbuden bestand und noch gänzlich unerschlossen war.
Fitzcarraldo ist ein Träumer, mit vielen Ideen. Seine Vorstellung eine Eisenbahn durch den Dschungel zu bauen ist vor kurzem gescheitert. Doch sein eigentlicher Traum besteht darin ein Opernhaus in der grünen Hölle zu errichten, in dem auch Caruso singen soll. Fitzcarraldo möchte gewissermaßen das Paradies des Amazonas mit Verdis Kompositionen beschallen.
Dazu benötigt er Geld. Er fasst den Entschluss ein Schiff mittels einer Seilwinde über einen Berg zu schleppen, um so zu einem noch nicht ausgebeuteten Kautschukfeld zu gelangen und auf diese Weise Gewinne zu erzielen. Durchaus ist er sich im Klaren, dass dieses Unternehmen mit sehr großen Schwierigkeiten verbunden ist. Fitzcarraldo aber glaubt an sich und seinen Traum. Seine lebensbejahende Geliebte finanziert diesem "Spinner" lächelnd sein Projekt, während die reichen Kautschukbarone bereits auf sein Versagen wetten.
Es folgen traumhafte Bilder, die den Betrachter durch das Amazonas- Gebiet führen. Man sieht das gewaltige Wasser, auch das Urwald-Grün in all seinen Schattierungen und erfreut sich an den schauspielerischen Leistungen von Hunderten von Indios, die als Statisten in diesem Film für Authentizität sorgen.
Fitzcarraldo gelingt sein Unternehmen beinahe, weil ihm die Indios dabei helfen, den Dampfer über besagten Berg zu schaffen. Sie roden die mächtigen Bäume, bauen Schienen, arbeiten ununterbrochen. Auch sie haben einen Traum. Die stets für Unruhe sorgenden Flussgeister möchten sie besänftigen.
Mögen die beiden unterschiedlichen Träume auch dazu führen, dass Fitzcarraldo zunächst noch nicht den finanziellen Erfolg verbuchen kann, den er sich durch die Exkursion versprochen hat, so gelingt es ihm doch den Kautschukbaronen den Respekt abzuringen, den er für seine Leistung verdient hat.
Vor Freude beinahe entrückt, lässt Fitzcarraldo auf dem Dampfer ein italienisches Orchester Verdis Musik spielen. Die Gesellschaft von Manaos und die Indios jubeln dem Opernenthusiasten vom Flussufer aus zu.
Auch wenn er keine Oper im Dschungel errichtet hat, hat dieser Träumer es geschafft mit Verdis Klängen das Grün zu beschallen und zu zeigen, dass der Glaube an eine Sache Berge versetzen kann.

Der stets etwas fiebrig um sich blickende Kinski spielt die Rolle des von seiner Idee beseelten Fitzcarraldos überzeugend. Die attraktive Claudia Cardinale kommt an seiner Seite bestens zu Geltung. Kinski huldigt ihrer Schönheit sehr feinsinnig und macht sie auf dieser Weise zu Göttin des Amazonas.
Die Sensibilität, die von Kinski im Film ausgeht, besonders Hinblick auf die Kinder der Indios, seine liebevollen Blicke und seine sanfte Stimme haben mich sehr berührt. Ein wunderbarer Schauspieler mit ganz großem Feingefühl, das ihn in den Augen Dritter nicht selten als überdreht erschienen ließ. Leider!

Die Ton-und die Bildqualität sind gut!

Empfehlenswert!




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Groß

Groß an Werner Herzogs international renomiertester Kinski - Hochzeit ist der bahnbrechende Hauptdarsteller, der den oft wirren, aber immer interessanten Bildfolgen seinen persönlichen Größenwahn zuteilwerden lässt. Groß sind die schier überlebensgroßen Metaphern. Ein Schiff über einen Berg ziehen, dies sind die nachhaltigsten Bilder dieses Fiebertraumes.
Herzog mag es formal nie mit der handwerklichen Brillanz anderer Regisseure aufnehmen können, aber er ist zweifellos ein begnadeter Visionär - jeder der diesen Film gesehen hat, kann dies nur bestätigen.


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Der Weg ist das Ziel

Brian Sweeney Fitzgerald alias Fitzcarraldo, wie ihn die Indianer des Südamerikanischen Urwaldes nennen, ist ein bessesener Träumer; Er träumt von großer Verdi-Oper am Ufer des Amazonas ("wo Gott mit der Schöpfung nicht fertig wurde") und ist bessesen davon, für diesen Traum, Berge zu versetzen, oder zumindest den Berg, der ihm im Weg steht samt seinem Dampfschiff zu überschreiten. Die Buschleute jedoch, die ihm dabei helfen, verfolgen ganz andere Ziele.
Werner Herzog verleiht dem ewigen Dschungel über dessen natürlichen Schönheit hinaus etwas müstisches, was, untermalt von Popol Vuhs epischer Musik das ganze Konzept des Films umso großartiger umramt.
Wie schon in "Aguirre - Der Zorn Gottes" setzt Herzog seinen jähzornigen Kollegen Klaus Kinski in die Rolle eines leidenschaftlich, unerbittlichen Charakters, der auf halber Strecke der Durchsetzung seines Willens sich mit einem Kompromiss zufrieden geben muss. Doch im Gegensatz zu letzterem kommt Fitzcarraldo zur Erkenntniss, dass der Weg das Ziel ist und dass das Glück oft auf ihm verborgen liegt.


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Fitzcarraldo. DVD-Video



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