Für ein intimes Zwiegespräch von Violine und Klavier, wie Mozart es formt, reicht emotionale Nähe allerdings nicht aus. Beide wirken irgendwie seltsam brav und passiv, stacheln oder feuern sich nicht gegenseitig an, kein Esprit flackert auf, kein jugendlicher Übermut. Während Zhu wie beiläufig ihre Finger auf der Tastatur laufen lässt, wirkt Hilary Hahn ausgesprochen bemüht, sich nicht aufzuspielen und den Star, der sie mit Mitte Zwanzig bereits ist, herauskehren. Das ehrt sie, sie ist eben keine eitle egozentrische Virtuosin mit entsprechenden Manierismen. Teresa Pieschacón Raphael