Klassische Musik:
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Atenaide
Antonio Vivaldi
Naïve, 2007
durchschnittliche Kundenbewertung:
basierend auf 4 Bewertungen
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Etwas blass...
Wie der erste Rezensent habe auch ich diese CD bei amazon.fr gekauft, weil ich das Erscheinen in Deutschland nicht erwarten konnte. Auch ich wurde enttäuscht, allerdings nur in bestimmten Punkten der Oper. Als erstes muss ich bemerken, dass durchaus hochwertige Interpretationen auf den drei CDs vorhanden sind, ein paar echt tolle Bravourarien (as always) und diese schönen, ruhigen, berührenden Arien, die der eigentliche Grund für mich sind, immer wieder auf Vivaldis Musik zurückzukommen. Als beste Interpretin letzterer und auch der vorhin genannten Stücke sei Nathalie Stutzmann genannt, die mit ihrer recht eigentümlichen Stimme immer wieder überzeugt, sich vor keiner Koloratur zu verstecken braucht und den Hörer auch zu bewegen und berühren weiß ("Cor che prigion sei", Akt 3, Sz. 8 - !!!! ) Ihr relativ großes Vibrato auf den "hohen" Tönen (f2...) stört mich nicht, da sie diese nur an Arienschlüssen anbietet. Allerdings hätte sie ein wenig großzügiger im Umgang mit ihrer fantastischen Bruststimme sein können - wie sie das auf der "Verità in Cimento"-Aufnahme bei naive so effektvoll tut.
Ihrer Leistung am nächsten kommt meiner Meinung nach Sandrine Piau, die ein rundum überzeugendes Portrait der unglücksseligen Heldin
Atenaide/Eudossa zeichnet
. Sie hat fast keine Bravourarien zu absolvieren, dafür aber eine echte Scena della pazza im dritten Akt, mit dem wunderbaren "In bosco romito" - ein Höhepunkt der Oper.
Paul Agnew ist auch ein Pluspunkt der Einspielung, einer der wenigen Tenöre, die für die Barockmusik geeignet sind. Er hat außerdem eine beachtliche Fähigkeit, Koloraturen zu singen.
Guillemette Laurens singt die Anna Girò-Partie der Pulcheria, eine der echten Sympathieträger der Handlung. Sie macht ihre Sache sehr gut, aber hat wenig Gelegenheit, mal ihre Zähne zu zeigen. Deshalb wirkt ihre Leistung auf Dauer etwas zu harmlos, wofür sie aber nichts kann.
Lobend zu erwähnen sei noch ihre Arie "Quanto posso", ein wunderbares Stück Musik, welches sie sehr anrührend gestaltet.
Romina Basso ist meiner Meinung nach ein zu einförmiger Varane, ungeachtet ihrer schönen Stimme und ihrer guten Technik. Man wünscht sich aber trotzdem eher eine Manuela Custer oder eine Sonia Prina, die dieser Rolle mehr Feuer geben würden.
Stefano Ferrari hat eine gute Technik, eine schöne Stimme, aber (zu) wenig Ausstrahlung für die Rolle des "Bad Boy" Probo.
Last but not least: Vivica Genaux ist der vielleicht prominenteste Name der Einspielung, und man nimmt ihr die Partie des betrogenden Prinzen Teodosio auch ab, aber ihr fehlt meiner Meinung nach in dieser Partie die vokale Tiefe eines Rinaldo oder eines Farinelli. Sie hat größtenteils in der Mittellage zu singen, kaum Möglichkeit, ihre Trümpfe in Höhe und besonders Tiefe auszuspielen. Die Arie "Dal tribunal d'amore" bleibt der leider einzige Höhepunkt ihrer Leistung. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser von mir so geliebten Sängerin bald wieder Gelegenheit gegeben wird, eine Rolle zu singen, die etwas mehr Tiefgang erfordert.
Modo Antiquo unter Federico Maria Sardelli spielt zupackend, dramatisch und vif, aber bleibt in den Rezitativen zu eintönig, lässt zu wenig Variabilität zu. Deshalb wirken die Secco-Rezitative ermüdend und nicht so spannend wie z.B. bei Fabio Biondi, Ottavio Dantone oder Jordi Savall.
Ein Minuspunkt der Aufnahme ist außerdem die Tonqualität. Nicht wie sonst in der Vivali-Edition üblich von Le Grenier à Son sondern vom WDR realisiert, bleibt auch hier der Eindruck blass, man wird nicht so zwingend ins Geschehen hineingezogen wie bei den Aufnahmen von Orlando finto pazzo oder auch Tito Manlio.
Alles in allem keine herbe Enttäuschung, aber ein wenig Verstimmung stellt sich schon ein, wenn man die dritte CD aus dem Player nimmt und wehmütig an die anderen Opern der Vivaldi Edition denkt.
Bleibt nur zu hoffen, dass die nächste Ausgabe etwas zupackender verläuft.
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Eine der besten Operneinspielungen der Vivaldi-Edition
Nach den durchweg bestens gelungenen Operneinspielungen der großen Vivaldi-Edition von Naive Classics in den letzten Jahren gibt es nun wieder einen neuen Höhepunkt:
Atenaide
in der 2. Fassung von 1730. Völlig unverständlich, warum diese nahezu perfekte Barockoper 277 Jahre in den Archiven schlummern musste. Obwohl Vivaldi wie üblich manche Arie aus vorausgegangen Produktionen (Orlando, Farnace) übernommen hat und die Orchesterbesetzung bis auf ein Stück mit Blockflöten nur aus Streichern besteht, ist der Gesamteindruck überwältigend, besonders was den differenzierten, rhythmisch originellen und harmonischen reichen Satz und die wundervolle Singstimmenbehandlung anbelangt. Für seine Zeit sehr fortschrittlich komponierte Vivaldi , anders als Bach oder Händel, in einem Stil der bereits deutliche Kennzeichen des aufkommenden galanten Geschmacks trägt und eigentlich nicht mehr rein barock ist.
Besonders geglückt ist bei dieser Produktion die Sängerauswahl, kein einziger Schwachpunkt findet sich hier, alle Protagonisten bewältigen die teils atemberaubenden Schwierigkeiten ihrer Partien technisch und musikalisch bravurös, ich war besonders von Nathalie Stutzmann angetan, um die es in letzter Zeit leider etwas stiller geworden war.
In diesem hochkarätigen Umfeld verzeiht man Sardelli und seinem Barockorchester auch gerne manch unnötigen agogischen oder dynamischen Manierismus. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!
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Sonett für Anna Giro
Endlich halte auch ich, Vivaldi/Giro-Biographin, außerdem Musikerin und Schriftstellerin (mein Buch: Anna Giro), die
Atenaide
in meinen Händen.
Im großen und ganzen finde ich sie sehr gelungen. Sehr anzuerkennen ist die Absicht, auch mit dieser einzigartigen Oper Vivaldis Genie in dieser Kategorie bekannt zu machen. Beeindruckend vor allem, dass sie in dem Theater aufgenommen wurde, für welches sie geschrieben war.
Die Interpretationsweise sowohl des Orchesters, als auch der Sänger entspricht meiner Ansicht nach der Absicht Vivaldis. Das allein ist schon anzuerkennen, weil alles andere als selbstverständlich. Einige Aufnahmen der Vivaldi-Edition zeigen das Gegenteil, die Interpreten nahmen Vivaldis Vorliebe z.B. für "cadenza longhissima" zu wörtlich und übertrugen diese auf die Stimmen und tun somit zu viel des Guten.
Wenn man sich die Umstände vergegenwärtigt, die zur Uraufführung führten, wird klar, dass Intrigen schon immer aktuell waren. Nun habe ich speziell diese Intrige ausführlich recherchiert und komme zum selben Schluss wie Frederic Delamea. Bedauerlich allerdings finde ich, dass er nicht den gesamten Wortlaut des Sonett oder das Blatt selbst abdrucken ließ. Die Antwort darauf ist allerdings auch klar. Das Sonett bezieht sich speziell auf Anninas Gesang der Arie "L?occio nero, il ciglio altero, il dolce brio, dell?idol mio". Leider finde ich keine Spur dieser Arie in vorliegender Aufnahme, außerdem beinhaltet das Sonett nicht nur die gen. 4 Zeilen, sondern lautet:
"Und weder der Wind im Laub, noch die Nachtigall vermag so von Liebe zu künden, wie dein bezaubernder Gesang an jede Seele rührt, du hebst zwei schöne Leuchten empor, und versetzt mit ihrem Licht und mit deiner Stimme in Liebe, so dass Cupido in dir doppelte Macht gewinnt, die Herzen zu treffen. Und vereint mit dir schlägt er am Gestade Tusciens seine Flügel, und ruft den Chor der Liebesgötter auf, in deiner Schönheit und Tugend zu nisten."
Außerdem ist für mich auf Grund gen. Intrigen der Autor des Sonett identifiziert, sollte es doch eine kleine Gegenintrige sein. Das ist ein Ergebnis meiner eigenen Forschungen.
Somit lässt mich das Ganze leider an der Originalität dieser Weltersteinspielung zweifeln, besser gesagt, einiges sicher Wunderschönes wurde ausgelassen.
Trotzdem muss man glücklich darüber sein, dass Vivaldis einzigartige Musik die Chance hat, bekannter zu werden und darum geht es ja letztendlich.
Silvia Baumann
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Tracks
Sinfonia: Allegro | Andante | Allegro | Rezitativ (1. Akt) | Ti stringo in quest' amplesso | Rezitativ | Della rubella | Rezitativ | Rezitativ | Là sul margine del rio | Rezitativ | Al valore che prode ti preggi | Rezitativ | Imeneo più chiare | Rezitativ | Trovo ne'gli occhi tuoi | Reggia amica, a te vicino | Rezitativ | Rezitativ | Rezitativ | Mal s'accebde di sdegno il tuo core | Rezitativ | Tanto lieto ho il core | Rezitativ | Di novi allori adorno | Rezitativ | Qual la sua colpa sia | Rezitativ | Quanto posso a'me fò schermo | Rezitativ (2. Akt) | Rezitativ | Nel profondo cieco mondo | Rezitativ | Son colpevole a' tuoi lumi | Rezitativ | Rezitativ | Rezitativ | Vorresti, il so | Rezitativ | Sorge l'irato nembo | Rezitativ | Bel piacer di fido core | Rezitativ | Se cieco affetto | Rezitativ | Rezitativ | Al tribunal d'amore | Rezitativ | Il mio amore diventa fuore | Rezitativ | Vado a recar contenti | Rezitativ | Eccelso trono | Recitativo accompagnato (3. Akt) | Alme perfide insegnatemi | Rezitativ | Rezitativ | Parto, che so qual sia | Rezitativ | Rezitativ | Più non vuò mirar quel volto | Rezitativ | Rezitativ | Qual demone, qual furia | In bosco romito | Cor mio che prigion sei | Rezitativ | Rezitativ | Rezitativ | Mesto va l'agricoltore | Rezitativ | Infausta reggia addio | Rezitativ | Rezitativ | Rezitativ | Rezitativ | M'accende amor l'ire guerriere in petto | Rezitativ | Te solo penso ed amo | Rezitativ | Rezitativ | Rezitativ | Rezitativ | Sì son tua padre amoroso | Rezitativ | Rezitativ | Rezitativ | Bel goder quando si gode
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