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Violinkonzert Op. 47/Violinkonzert Op. 36
Hilary Hahn, Jean Sibelius/Arnold Schönberg, ...

Deutsche Grammophon, 2008

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Beeindruckende Perfektion

Hillary Hahn überrascht immer wieder mit ungewöhnlichen Programmzusammenstellungen. Hier kombiniert sie einen der absoluten Klassiker der Violinkonzertliteratur (das Sibelius-Konzert) mit einer selten gehörten Rarität - dem Schönberg-Konzert, das sich im Gegensatz zu dem Alban Bergs im Repertoire (noch) nicht durchgesetzt hat. Im Vergleich zu Bergs sehr poetischen, persönlichen Werk "zum Andenken eines Engels" wirkt das Schönberg-Konzert strenger, distanzierter, aber nichtsdestoweniger faszinierend.

Die Kombination mit dem archaisch-melancholischen, spätromantischen Sibelius-Konzert erweist sich als stimmig und abwechslungsreich - zumal die Komponisten dieser beiden so unterschiedlichen Werke praktisch zur selben Generation gehörten.

Der Geigenton von Hillary Hahn ist warm, voll, groß, von einer seltenen Qualität, ihr Spiel absolut perfekt und schlackenlos. Ihre Neigung zu einem einheitlichen Dauervibrato hat sie erfreulicherweise stark reduziert. Allerdings hat diese Makellosigkeit auch etwas Glattes, Kühles - einen gebrochenen, gläsernen, fahlen, in irgendeiner Weise nicht perfekten Ton gestattet sie sich nie. Selbst das leiseste pianissimo ist voll und warm.

Diese kühle Perfektion passt besser zum Schönberg-Konzert als zum Sibelius, der eine gewisse Gebrochenheit gut gebrauchen könnte. Von den jüngeren Interpretinnen haben etwa Anne-Sophie Mutter, Viktoria Mullova oder ganz aktuell Lisa Batiashvili diese zwei Gesichter des Konzertes - das trotzig-auftrumpfende und das zweifelnde - phantasie- und ausdrucksvoller erfasst.

Das Schwedische RSO unter Esa-Pekka Salonen begleitet die Solistin sensibel und stilsicher. Was Hahn im Sibelius-Konzert an klanglicher Phantasie abgeht, steuert das Orchester bei, ohne zu übertreiben und in ein Übermaß an Erdenschwere zu verfallen.

Insgesamt also absolut eine Bereicherung der Diskographie, wenn auch bei Sibelius nicht mein absoluter Favorit.


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{~~}==# HILARY HAHN - SCHOENBERG & SIBELIUS in dramaturgischer Ernsthaftigkeit und sanfter Beseeltheit

Fein webt HILARY HAHN in dieser Aufnahme die musikalischen Fäden dieser beiden wunderschönen, dramatischen und sehr beseelten Werke der Violinliteratur mit ihrer perlenklaren Intonation und ihrem übergeordneten Verständnis für die Musikalität dieser Werke. Dabei fügt sich das Orchester in sehr schöner Harmonie in ihr Violinspiel ein. Unverkennbar geht aus dieser Aufnahme HILARY HAHNS Violinton hervor, der derart fein und wohl beängstigend präzise ist, so dass man ihn stets eindeutig von dem ihrer Kolleginnen und Kollegen unterscheiden kann.

Natürlich sollte sich jeder seine eigene Meinung zu den hier von HILARY HAHN eingespielten Interpretationen dieser beiden Werke bilden. Persönlich bin ich jedoch davon überzeugt, dass HILARY HAHN mit diesem Album erneut ein Anschluss an ihre vorherigen Aufnahmen gelungen ist, der seinesgleichen sucht, wobei ich meine, dass diese Aufnahme - aus meiner persönlichen Sicht - ihre Vorgänger noch übertrifft. Ich habe HILARY HAHN bereits zwei Mal im letzten Jahr das Schoenberg-Violinkonzert live spielen gehört und fühle mich nun in den dabei gewonnenen hervorragenden Eindrücken von dem besonderen Charme ihrer Interpretation dieses Werkes mehr als bestätigt und bin sehr begeistert von dieser Aufnahme. Für mich stimmt bei dieser Aufnahme das Gesamtkonzept von HILARY HAHNS Interpretation; ihre Tonfärbungen, die sie sehr harmonisch und klug gewählt hat, und das Orchester harmonieren mit ihrer Interpretation in kristallinen Klarheit, die Interpretation des Dirigenten, der dieses leitet, bildet zusammen mit HILARY HAHNS Violinspiel eine fein verwobene strukturierte musikalische Einheit. Hier werden auf anspruchsvollstem technischen und musikalischen Niveau diese beiden wundersamen Werke der Violinliteratur in höchste Sphären erhoben.

Mein persönlicher Favorit ist dieses Albums ist das Sibelius-Violinkonzert, dessen Schönheit der Vortragsweise ich wohl nur so zu umschreiben vermag: In traumwandlerischer, tänzerischer und äußerst gesanglicher Manier gelingt es HILARY HAHN, mit ihren Klängen und beseelt feinsten Tönen die Aufmerksamkeit des Zuhörers an sich zu fesseln, man meint, man hänge an jeder Note. HILARY HAHN GETS VOCAL again - nicht nur in ihrem vorherigen Album der Louis-Spohr- und Nicolò-Paganini-Violinkonzerte gelang ihr meiner Meinung nach derartige Gesanglichkeit. Ich meine, auch hierin ist etwas davon enthalten. Aber das sollte wohl jeder für sich selbst entscheiden!

Ich spreche daher diesem wiedermals erstklassigen Album von HILARY HAHN meine begeistertsten Empfehlungen aus! Glückwunsch an die so bezaubernde HILARY HAHN!


Darüber hinaus auch ein großes Lob an den Fotografen für die hervorragend gelungenen Fotos, vor allem für das Coverfoto sowie für das Foto mit der begeisternd lächelnden und strahlenden HILARY HAHN, das erscheint, wenn man die CD-Hülle öffnet, und ein ebensolches Lob auch an denjenigen oder diejenigen, der/die für sich für die Gestaltung des CD-Covers verantwortlich zeichnen! Endlich einmal sieht auch ein CD-Cover von HILARY HAHN ansprechend, ansehnlich und modern aus, ohne dabei trist oder einfallslos zu wirken! Damit meine ich vorwiegend das Cover ihrer vorherigen CD, das, wie ich meine, völlig missglückt ist, wobei trist und einfallslos in meinen Augen nicht unbedingt auf alle CD-Cover ihrer bisherigen Alben zutrifft. Jedoch sieht das Cover dieser neuen CD von HILARY HAHN am bemerkenswertesten und schönsten aus, es fesselte mich sofort - bitte weiter so Deutsche Grammophon!


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Die Referenzaufnahme des Schönberg Violinkonzerts

Hilary Hahn ist die/der Geiger/in, die für mich seit ihrer Interpretation des Strawinsky Violinkonzerts die Wunschkandidatin für eine Einspielung des beindruckenden Violinkonzerts von Arnold Schönberg war. Mit richtigen Partnern (Swedish Radio Symphony Orchestra und Esa-Pekka Salonen) ist ihre Aufnahme die Referenzaufnahme von Schönbergs Violinkonzert geworden. Präzis, technisch brillant, überzeugend musiziert, man spürt bei Schönberg, wie sehr sich Hilary Hahn mit diesem Werk identifiziert. Da war bis jetzt keine andere Aufnahme auch nur in der Nähe dieses Niveaus, weder bei den Solisten, noch beim Orchesterpart. Endlich also der Beweis, welche Bereicherung dieses Violinkonzert, wenn so musiziert, für das Repertoire ist. BRAVO !!!



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Tracks
Poco allegro | Andante grazioso | Finale: Allegro | Allegro moderato | Adagio di molto | Allegro, ma non tanto



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